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15. Hochzeitstag

Dann ist es wohl mal wieder soweit und diesmal habe ich es auch nicht vergessen. Heute ist der 1. August 2012 und damit mein 15. Hochzeitstag. Aus den Bezeichnungen für diesen Tag kann ich mir nun den passenden heraussuchen, denn es gibt mehrere. Am besten gefällt mir ja die Veilchenhochzeit, aber vielleicht denkt meine Frau eher an die Lumpenhochzeit. Nein, ist nur Spaß, meine Frau denkt sicher an die kristallener Hochzeit. Ich werde sie fragen, wenn sie heute abend nach Hause kommt.

Ich habe mich bereits zum 11. Hochzeitstag über meine Ehe ausgelassen und man kann das alles so stehen lassen. Die letzten 15 Jahre lassen sich in wenigen Sätzen zusammenschreiben: Auf einiges hätte ich echt verzichten können, auf manches nicht eine Sekunde. Meine Frau ist eine außergewöhnliche, spannende, geistreiche, witzige und manchmal extrem nervende Person, die ich in keiner Sekunde an meiner Seite missen möchte. Ich begleite dieses Erdenwesen nun schon seit 16 Jahren über diesen Planeten und manchmal, wirklich, manchmal, für ein paar Sekunden fragt man sich schon, warum man sich das antut. Aber zu 90% ist alles im Reinen, wir vertragen uns, wir vertrauen aufeinander, wir partizipieren vom Können, Charakter und Wesen des Anderen.

Wenn ich ein gläubiger Mensch wäre, dann hätte ich manchmal schon das Gefühl haben können, dass der Schöpfer mich mit dieser Frau auf die Probe stellen will. Ich habe aber jede Probe, die er mir auferlegt hat, gemeistert und bewältigt. Und eines muss ich auch sagen: Mit meinen Kindern, die er mir dann ja auch geschenkt hätte, hätte er mich tausendfach für alle Widrigkeiten der Welt entschädigt!

Immer wenn ich mitbekomme, wie sich Paare in meinem Dunstkreis trennen, schaue ich auf meine langen Jahre zurück und kann eines sagen: Die Liebe war nie stärker wie heute. Ich habe, trotz allen Umwegen und verschlungenen Pfade die das Leben geht, nie aufgehört meine Frau zu lieben. Wenn man das sagen kann und diese Liebe stark genug ist, gibt es keinen Grund für mich, meine Frau gehen zu lassen. Warum sollte ich das machen? Weil sie immer alles in meiner Küche umstellt? Egal, ich stelle es wieder an seinen Platz. Weil sie manchmal ein unfassbares, kaum erträgliches Nervenbündel sein kann? Dann nehme ich sie in den Arm und gebe ihr das, was ich genügend habe: Kraft!

Jedes Ding hat zwei Seiten und diese heißt hier: Auch Ariane muss es mit mir aushalten! Wie sie das schafft, das ist mir immer wieder ein Rätsel. Ich habe keine Ahnung, wie sie es 15 Jahre an meiner Seite ausgehalten hat. Dieses Mädchen hat Nerven aus Stahl, anders kann ich mir das nicht vorstellen!

So, wir haben noch 10 Jahren, dann machen wir ein Fest! Aber sicher doch!

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