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Filmkritik: Elysium

In gut 150 Jahren ist vieles auf der Erde anders, doch Zwei-Klassen-Gesellschaften gibt es noch immer. Die Reichen wohnen auf einer Raumstation, die Armen auf der ruinierten Erde. Während eine Politikerin und ein Soldat unbedingt den Luxusstaat beibehalten wollen, mobilisiert ein einfacher Arbeiter auf der Erde die Massen, um dieses abartige System zu vernichten und endlich die Technik, den Fortschritt und die medizinische Versorgung auf die Erde zu holen, die ihnen "von oben" jeher verwehrt wurden.

Ich weiß nicht, für welchen Film das geschrieben wurde, aber das stimmt so nicht ganz. Der "einfache Arbeiter" mobilisiert keine "Massen", sondern nur eine Handvoll Kriminelle und er macht dies auch nicht, um "die Technik auf die Erde zu holen", sondern weil er schlicht überleben will. Die Politikerin will auch den "Luxusstaat" nicht erhalten, sondern sich an die Macht putschen und der "Soldat" ist ein durchgeknallter Psychopat, der als "Schläfer" auf der Erde lebt und die Drecksarbeit für das Regime auf Elysium ausführt, wobei man ihn dann auch nicht mehr kontrollieren kann.

Elysium

Eines vorneweg: Der Film ist rasant geschnitten, hat tolle Computereffekte, ist leidlich spannend und mit einer mittleren Fanta und PopCorn kann man sich das durchaus antun. Nur –  und jetzt kommt das große NUR –  wenn man dann nach Hause fährt, darf man nicht über den Film reden. Denn es kommen Fragen, die wieder Fragen aufwerfen, die dann in weiteren Fragen enden. Hier die wichtigsten Fragen:

  1. Warum wird die medizinische Technologie nicht allen Erdbewohnern zuteil?
    Das kann man noch mit "damit die Erde nicht noch mehr überbevölkert" antworten und das sehe ich dann auch ein klein wenig ein. Aber irgendwann würden die Menschen dann ja auch eines "natürlichen Todes" sterben. Wären alle Menschen gesund, könnten alle aufräumen, viele schöne neue Dinge erfinden und die Erde wäre ein Platz für Frieden und Wohlstand. Also ist das Argument mit der Überbevölkerung doof.

  2. Warum kann ein Mensch alleine so etwas programmieren?
    Einer der Bösewichter hat die Software für Elysium programmiert. Einer! Also jetzt mal ehrlich, was hat den Drehbuchautor da geritten? Einer alleine kann so etwas nicht programmieren, das ist einfach komplett unmöglich. Okay, das spielt alles in der Zukunft, aber ich bitte Euch! Noch unrealistischer geht's dann ja wohl nicht mehr.

  3. Einmal auf ENTER drücken und die Sache ist perfekt!
    Da musste ich fast lachen: Irgend ein Hansel dringt in den Kern von Elysium ein, in dem er mit einem Laptop, einfach die Sicherheitssperre an jeder Tür knackt. Er stöpselt seinen Laptop in das Bedienfeld an der Türe und schwusspi! Alle Türen gehen auf? Und niemand hält ihn auf. Keine Armee von Robotern, keine Sicherheitssperren, er macht das alles mit seinem Laptop.

    Doch das Schärfste am Schluss: Mit einem Druck auf ENTER startet er die komplette Software, für die komplette Raumstation neu! Keine Sicherheitsanfrage, keine Eingabe von 24–stelligen Sicherheitscodes, kein Fingerabdruck–  oder Irisscanner. Nichts. Einfach nur auf ENTER drücken!

Schwachsinn!

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