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Hadley war beim Freejazz mit QUAT

Man muss sich ja als Musiker, so bezeichne ich mich gerne, wenn ich nach meinem Beruf gefragt werde, für andere Richtungen, Strömungen und auch Experimentelles offen sein. So begleitete ich gestern einen Freund zu einem Konzert mit QUAT. Dies wurde bei uns im Kulturflyer so angekündigt und da ich quasi eine Freejazz-Jungfrau bin, nehme ich das mal so an:

Konzert mit QUAT

Els Vandeweyer (Vibraphon); Fred van Hove (Piano); Martin Blume (Schlagzeug); Paul Lovens (Schlagzeug).

Schon von der Besetzung her lässt dieses Konzert auf ein ungewöhnliches Hörerlebnis schließen: zwei Schlagzeuge, ein Vibraphon und ein Klavier, das perkussiv behandelt wird. Noch höher steigen die Erwartungen, wenn man weiß, dass mit Fred van Hove und Paul Lovens zwei der Pioniere und Meister der europäischen Improvisationsmusik und des Free Jazz mitwirken: Fred van Hove zählt ohne jeden Zweifel zu den bedeutendsten Pianisten der Szene und Paul Lovens zu den einflussreichsten Schlagzeugern. Sie spielen in diesem Projekt mit zwei herausragenden Vertretern der nachfolgenden Generation: mit Els Vandeweyer, einer ausgezeichneten, eigenwilligen Vibraphonistin und dem äußerst klangsensibel spielenden Schlagzeuger Martin Blume. Nichts weniger als ein Hörabenteuer ohne Netz und doppeltem Boden mit offenem Ausgang, bei der die Möglichkeiten perkussiven Spiels ausgelotet werden.

Unglaubliches Hörerlebnis

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Bereits nach fünf Minuten setzte ein fast nicht zu unterdrückender Fluchtreflex ein. Ich weiß ja nicht, was diese weltberühmten Akteure, und da zweifle ich keine Sekunde dran, da treiben, aber für mich klang das, als wenn eine Kindergartengruppe Instrumente bekommt und die Erzieherin sagt: "So, jetzt haut mal alle feste drauf!"

Das war einfach nur unterirdisch. Was soll das? Ich verstehe diese Art von Musik nicht. Die knapp 30 Gäste im KULT waren komplett verzückt und in der Pause sprachen sie von einmaligem Erlebniss, tollen Klangteppichen und fast hypnotischen Minuten. Waren die in dem gleichen Konzert wie ich? Echt jetzt? Ich bekam nach 45 Minuten extreme Kopfschmerzen, sodaß ich mir den zweiten Teil dieses Konzert nicht mehr angetan habe.

Tolerentes Völkchen

Die lebhafte Diskussion, an der ich mich beteiligte, war dann aber voller Toleranz in meine Richtung, denn ich machte natürlich aus meinem Herzen keine Mördergrube (das mache ich nie) und sagte offen und ehrlich, was ich von dieser Art von Musik halte. Nämlich nichts. Ich dachte die ganze Zeit, weil das "Konzert" von SWR2 aufgezeichnet wurde, ich bin bei der versteckten Kamera und gleich ruft jemand "HURZ".

Video über diesen Abend (Youtube)

Hier weitere Eindrücke des Abends

- Bilder auf dem W71-Blog / Weikersheim
- Bericht aus der SWP von Michal-Weber-Schwarz

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