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Narben- und Leistenbruch Operation

An diesem Montag also die Operation meines Leistenbruchs. Die letzte Leistenbruch-OP hatte ich 2002, da wurde mir ein Netz eingenäht. Seit 2008 mache ich mit Schmerzen in der Leiste herum und man diagnostizierte einen Narbenbruch an dieser Stelle. Klang ja auch passabel, stimmte aber leider nicht. Vermutlich war es schon 2008 zu einem Riss neben dem eingenähten Netz gekommen. Immer, wenn der Riss sich wieder mal etwas vergrößerte, hatte ich Schmerzen an dieser Stelle.

Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim

Mir wurde immer wieder abgeraten, mich in dieses Krankenhaus zu begeben, was ich in keinster Weise nachvollziehen kann. Ich war zwar nur für drei Tage dort und kann nicht für alle Stationen sprechen: Auf der E3 jedoch ist alles in allerbester Ordnung. Das komplette Personal, von der Putzfrau über die Schülerinnen, die Schwestern, die Pfleger und die Fachärzte sind superfreundlich und hochmotiviert. Selbst die Schwestern-Schülerinnen gehen mit einem solchen Elan an ihre Arbeiten, das es eine wahre Freude ist.

Mangelnde Hygiene

Ich kann auch die Kritik über mangelnde Hygiene in keinster Weise nachvollziehen. Das komplette Personal, welches mein Zimmer betrat, desinfizerte sich mehrfach die Hände, vor allem dann, wenn man "am Patient" war. Zum Teil wurde auch mit Mundschutz gearbeitet (in meinem Zimmer lagen zwei Patienten mit amputierten Gliedmaßen). Auch die Putzfrau, die ins Zimmer kam, arbeitete gewissenhaft und gründlich. Um alle Zweifler einmal aufzuklären: Es ist korrekt, dass die Putzfrau mit einem nassen Wischmopp das halbe Zimmer säubert. Das ist aber kein "normales" Putzmittel, was die in ihrem Wasser haben, sondern da ist ein hochwirksames Putzmittel speziell für klinische Bereiche enthalten. Das bedeutet: Einmal feucht drüber ist komplett ausreichend, um sämtliche Keime und Bakterien vom Boden zu beseitigen!

Minimalinversive Operation

Mit großem Grauen dachte ich an meiner OP vor 10 Jahren, auf dem Bild sehen Sie rechts die riesige Narbe, die ich seitdem habe. Doch davon ist überhaupt keine Rede mehr. Die Operation wurde "minimalinversiv" durchgeführt, dafür wurde ein Schnitt im Bauchnabel (ca. 2–3 Zentimer) gemacht und zwei Punktierungen links und rechts. Durch diese drei "Löcher" wird die komplette Operation gemacht. So wurde der Riss neben dem alten Netz repariert und im Gegensatz zu früher wurde das neue Netz nicht vor, sondern hinter das Bauchfell gelegt. Dazu muss das Bauchfell aufgeschnitten und wieder zugenäht werden.

Narben

Minimalinversiv hin oder her: Eine OP ist es trotzdem, man hat aber wesentlich weniger Schmerzen, als ich es mir ausgemalt hatte. Kein Vergleich zu der Wahnsinns-OP von vor 10 Jahren.

Und jetzt der Hammer: Normalerweise werden Leistenbruch-Patienten Morgens operiert und sind Nachmittags schon wieder zu Hause! Das wird ambulant gemacht! Ich war nur deswegen drei Tage dort, weil ich zwei OPs in einer hatte (Nabel–  und Leistenbruch) und weil bereits ein Netz eingenäht war.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Das Essen im Caritas

Ich frage mich wirklich, ob sich die Klinikleitung jemals Gedanken darüber gemacht hat, welchen Frass den Patienten vorgesetzt wird: Das Essen ist schlicht unterirdisch. Es ist auf der Skala von 1 bis 10 eine Null. Das ist wirklich nicht zu fassen, wie schlecht dieses Essen ist. Ein Beispiel von vielen, ich hab' mich mit einer Handvoll weiterer Patienten unterhalten, die alle unzufrieden mit dem Essen waren:

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Das soll eine Reispfanne mit Hühnchen und Curry sein, geschmeckt hat es außer nach Curry nach gar nichts. Es war so furztrocken, dass das "Gemüse" aus gekochten, völlig faden und verkochten Salatgurken –  was an sich schon widerlich schmeckt –  auch nichts mehr genutzt hat. Davor gab es eine Tomatensuppe aus der Tüte, die nicht mal etwas "aufgepimpt" war.

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Das soll ein Frühstück sein. Die beiden Toastscheiben waren bereits angetrocknet, vermutlich weil sie schon seit Stunden (vielleicht schon am Vorabend?) auf den Teller gelegt wurden. Dazu zwei Scheiben billigstem Käse und am Vortag (nicht im Bild) lag sogar nur eine Scheibe Käse drauf und eine halbe Scheibe (!) gekochtem Schinken!

Auf dem Tablet stand auch ein Grießbrei, der den Namen –  außer dem Wort Grieß –  in keinster Weise verdient hatte. Mein ganzes Leben lang habe ich noch nie eine solche Katastrophe vorgesetzt bekommen. Das war ein undefinierbares, lappriges, konsistenzloses Etwas mit Grieß und Zucker.

Ich hätte das Tablet am liebsten genommen und wäre damit zur Klinikleitung marschiert um den Chef der Klinik zum Mitessen einzuladen. Leider konnte ich mich nicht bewegen und schon gar kein Tablet tragen.

Mein Fazit

Ich kann mich über das Caritas, was meine OP und meine Nachversorgung angeht, nicht beschweren. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist, dass man nach einer solchen OP bereits am gleichen Tag wieder nach Hause geschickt wird. Aber da kann das Caritas nichts dafür.

Das Essen jedoch ist komplett indiskutabel. Es ist schon klar, dass ein Krankenhaus kein Drei-Sterne-Restaurant ist, aber so unterirdisch muss das Essen dann aber auch nicht sein.

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