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90 Jahre - Meine Mutter in der Zeitung

90 Jahre ist sie nun also alt. Ich bin eines der sieben Kinder, von denen oben im Artikel berichtet wird. Alle ihre sieben Kinder, alle(!) waren in verschiedenen Heimen untergebracht, sie hat überhaupt niemanden groß gezogen. Das ist ein Schlag ins Gesicht, wenn ich so etwas lese.

Ich habe mit dieser Frau in den letzten 25 Jahren keine zwei Sätze gesprochen, und das aus gutem Grund: Sie ist die schlechteste Mutter aller Zeiten. In meiner Biographie widmete ich ihr ganze Kapitel, denn die "schweren Schicksalsschläge", die diese Frau angeblich erlebt hat, ist nichts gegen das, was sie mir und meinem Bruder angetan hat. Sie hat es zugelassen, dass wir beide jahrelang von unseren Stiefbrüdern missbraucht wurden, sie hat uns halbverhungert in die Schule geschickt, hat uns systematisch und auf's Übelste verprügelt, gedemütigt und misshandelt. Ihr eigenes Wohl hat sie immer über das Wohl ihrer Kinder gestellt.

Zudem hat sie nicht vier Enkel, sondern sechs! Meine Kinder hat sie in der Auflistung auch unterschlagen. Meine Kinder hat sie aber auch nur für Sekunden gesehen und sich noch niemals hier gemeldet, um diesen Umstand zu ändern.

Ihr erster Mann ist auch nicht an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzung gestorben, der hat sich in ihrer Wohnung aufgehängt, weil er ihre Spielchen nicht mehr ertragen konnte.

Durch die Unfähigkeit dieser Frau eine gute Mutter zu sein, habe ich 20 Jahre meines Lebens in verschiedenen Heimen verbracht, die ersten sechs Jahre unter allerschlimmsten Bedingungen in einem Heim in Köln. Durch die Unfähigkeit dieser Frau und durch ihre komplette Gleichgültigkeit wurden mein Bruder und ich mehr als sechs Jahre von den eigenen Stiefbrüdern sexuell missbraucht und systematisch, fast täglich vergewaltigt.

Diese Frau hat diesen fröhlichen Artikel nicht verdient, sie ist ein Monster. Übrigens vergaß sie ihren zweiten Mann, meinen Vater zu erwähnen. Aber das ist typisch für sie. Da hat sie meinen Vater doch glatt mal unterschlagen. Das sieht ihr so ähnlich. Auch das mit dem Granateneinschlag, bei dem sie ein Auge verlor, stimmt nicht. Sie hat sich das Auge mit der Türklinke einer Bunkertüre ausgeschlagen, weil durch diese Türe deutsche Soldaten stürmten und sie hinter dieser Türe stand. So hat sie es uns erzählt. Diese Frau lügt, wenn sie das Maul aufmacht. Hier finden Sie übrigens noch eine weitere Version dieser Geschichte.

Lieseletien

(c) Badische Zeitung / Martha Weishaar

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