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Zuwanderung in die soziale Hängematte

Mich kotzt dieses "political correctness" richtig an. Keiner traut sich, bei dem Thema "EU-Freizügigkeit" das Kind beim Namen zu nennen. Immer heißt es, die "arme Bevölkerung" aus Rumänien oder Bulgarien könnte zu uns abwandern.

Die Rede ist von Sinti und Roma

Also von der Menschengruppe, die im allgemeinen Sprachgebrauch –  und das ist nun mal so –  als Zigeuner bezeichnet werden. Inzwischen sind alle Zeitungen voll damit, aber keiner traut es sich laut auszusprechen, was aber viele  denken: "Wir wollen hier keine Zigeuner haben!"

Das Problem ist, das das Sozialsystem in diesen Ländern nicht nur sehr marode, sondern so gut wie nicht vorhanden ist. Die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr hoch und die –  leider wenigen gut ausgebildeten jungen Menschen –  suchen sich in anderen Ländern der EU eine bessere Zukunft. Was in diesem Falle völlig legitim ist, denn genau dafür wurde Europa doch geschaffen. Das Europa, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Die jungen Leute sollen bei uns arbeiten, sollen sich hier weiterbilden und die deutsche Wirtschaft mit voran bringen. Sie sind eine wirkliche Bereicherung nicht nur für den deutschen Arbeitsmarkt, sondern auch eine willkommen Vermischung der Kulturen. Musik, Film, Tanz, jeder kann und sollte von jedem das mitnehmen, was er für sein Leben gebrauchen kann.

Die Kehrseite der Medaille

Ein Bericht im Spiegel zeigte einen Teil des Dilemmas. In Berlin sind vermehrt Zuwanderer aus Bulgarien zu verzeichnen, fast alles Roma, die in Berlin für 26 Euro ein Gewerbe anmelden. Mit dieser in der Gewerbeanmeldung angegeben Adresse haben diese nun nicht nur Anspruch auf Sozialhilfe, wenn das Geld des Gewerbes zum Unterhalt nicht reicht, sondern auch Anspruch auf Kindergeld. Es wird auch nicht kontrolliert, ob in dieser Firma überhaupt gearbeitet wird. So gibt es in Berlin inzwischen eine Straße, in der sich Dutzende "Abrissunternehmen" tummeln. Inhaber der Geschäfte: Alles Rumänen!

Mir ist schon bewusst, das durch die Medien viel Negatives gesteuert wird und Berichte über selbsterrichtete Lager von Roma,  komplett vermüllte Häuser und Straßenzüge, Zunahme von Bettelleien, Ladendiebstähle, Überfälle nicht gerade ein tolles Bild auf einen Teil dieser Menschengruppe wirft, wenn aber ich selbst –  in Bad Mergentheim –  von einer Roma mit einem kleinen Pappzettel angebettelt werde, in der sie "Brauche Hilfe, Kinder haben Hunger" angebettelt werde, während ihre fünf(!) Kinder um sie herumstehen und jedes davon eine Tüte Chips in der Hand hält, dann kratzt man sich schon mal am Kopf und fängt zu grübeln an, ob hier alles so richtig läuft.

So ist das Wort "Zigeuner" seit Jahrhunderten vorbelastet. Es bezeichnet eigentlich eine Menschengruppe ohne festen Wohnsitz, ein "fahrendes Volk". Einher gehen Fragen wie: "Wie können die sich solche Wohnwägen leisten" oder "von was leben die eigentlich". Doch hier ist es, so wie es immer ist: Es werden nur verzerrte Spiegelbilder in den Medien abgebildet, denn nur ein geringer Prozentsatz der Sinti und Roma sind tatsächlich als "fahrendes Volk" unterwegs. Wikipedia hält hier wie immer bestes Informationsmaterial über Sinti und Roma bereit.

Mundtot gemacht

Ich muss aber aufpassen, was ich hier schreibe, denn man bekommt inzwischen so schnell eine Anzeige wegen "Volksverhetzung" oder wird als dumper Nazi abgespeist, so schnell kann man gar nicht schauen. Sicher, ich würde die Sinti und Roma niemals als "Made im Speck der bundesrepublikanischen Wohlfahrtsgesellschaft, die sich die Legitimation für Diebstahl, Betrug und Sozialschmarotzerei ohne jedes schlechte Gewissen aus dem Umstand der Verfolgung im 3. Reich nimmt" bezeichnen, das hat ein Anderer nämlich gemacht und musste dafür seinen Hut nehmen. Und selbst der Gründer einer rechtsextremen Partei in Frankreich wurde erst vor ein paar Tagen zu 5.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er die Volksgruppe der Roma beleidigt hatte.Trotzdem darf es, sollte es gestatten sein, genau den Prozentsatz dieser Volksgruppe (die in den Medien Aufmerksamkeit erfahren) darauf aufmerksam zu machen, dass es in allen Ländern Europas gewissen Regeln gibt, an die man sich halten sollte.

Für Nazis perfekt

Die einseitige Berichterstattung über illegale Lager, Verwüstungen in zugewiesenen Wohnungen oder gestiegenem Sozialbetrug spielt genau den Leute in die Hände, die mit diesen Themen (Ausländer) immer und immer wieder auf Stimmenfang gehen: Den rechtsgerichteten - oder rechtsradikalen Gruppen aller europäischer Länder. Wir Deutschen sind bei weitem nicht das einzige Land, in dem sich die braune Suppe tummelt, selbst Polen hat eine aggressive, aktive Nazibewegung. Hier ist es wie mit den islamischen Terroristen oder Separatisten: der geringe Anteil der gewaltbereiten - und gewalttätigen - Muslime zerstört das komplette Bild des Islam, das wesentlich vielfältiger ist als Bombenlegen und Scharia. So etwas wie einen moderaten Islam gibt es tatsächlich und wer bin ich - und welches Recht habe ich - mich in andere Kulturen oder Religionen einzumischen? Wenn ich z. B. die Tieropfer des ISLAM ablehne, dann gilt das doch auch für das Opferlamm der armenisch-christlichen Kirche!

Wir müssen das verkraften

Das ist einfach meine Meinung, denn wenn wir dies nicht verkraften, dass sich diese Menschen ein Schlupfloch suchen, um –  mehr oder weniger –  legal in der BRD ihren Lebensunterhalt zu besorgen, dann haben wir hier einen schweren Fehler im System. Wir müssen auch das eine Prozent Hartz4–Schmarotzer erlauben können, die mit dem Geld, was sie von der ARGE bekommen, locker auskommen. Der Sozialstaat muss das mit Reserven auffangen können.

Wir sollten nur aufpassen und dafür Sorge tragen, dass das nicht überhand nimmt. Auf der einen Seite mag es legal sein, in der BRD ein Geschäft anzumelden und sich Geld vom Staat zu holen, wenn der Gewinn des Geschäftes nicht für den Unterhalt reicht.

Auf der anderen Seite ist es aber eine Straftat, wenn es nie geplant war, dieses Geschäft auch wirklich auszuführen. Hier sollte der Staatsapparat sich einfach nach einem Jahr die Zahlen dieses Geschäfts vorlegen lassen und dann –  angemessen –  darauf reagieren.

So einfach kann das sein.

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