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Der professionelle DJ und seine PA-Anlage

Ich werde immer wieder von Kollegen gefragt, mit welcher Anlage ich denn auflege und ernte massives Erstaunen. Ich selbst bin aber auch immer erstaunt wenn ich sehe oder höre, mit welchem Equipment meine Kollegen abends in den Kampf ziehen. Ein sehr lieber Kollege meinte sogar, er würde zwei bis drei Stunden für den Aufbau brauchen, da er auch noch eine drei Meter Lichttraverse aufbauen müsse. Seine Begründung? "Das Auge feiert mit". Es würde mir nie in den Sinn kommen, zwei Stunden alleine für den Aufbau meiner Anlage zu verwenden. Meine Anlage ist, incl. kleinem Licht, wenn ich mich beeile, in 20 Minuten aufgebaut. Mit "großem Licht" dauert es zehn Minuten länger.

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Oben sehen Sie eine meiner "kleinen Anlagen" mit der M.I.L.L.Y 2.0 MK II von Conrad. Das is eine ausgezeichnete Anlage, die nur 300 Euro kostet und innerhalb 5 Minuten aufgebaut ist. Das Mischpult ist ein Behringer Xenyx 1204 USB (120 Euro). Gespeist wird dies vom Behringer SX 3040 Sony Exciter (100 Euro), der den Sound aus der externen Soundkarte Reloop Play (95 Euro) gehörig aufpeppelt. Die Soundkarte steckt in einem Laptop (500 Euro) und stellt dort per ASIO zwei Soundkanäle bereit. Im Rack selbst steckt noch ein Mikrophon-System (vier Mikros) vom Omnitronic (500 Euro), welches aber nicht mehr zu erwerben ist. Das ist alles. Summa sumarum: 1.620 Euro für eine komplette DJ-Anlage!

Diese beschallt locker bis zu 250 Personen, da ich nicht den Saal beschalle, sondern nur die Tanzfläche! Ich beschalle als DJ so gut wie nie den Saal, weil das den Leuten einfach zu laut ist.

Habe ich mal mehr wie 200 Gäste, verwende ich anstatt der M.I.L.L.Y. andere Boxen, nämlich die aktiven Electro Voice ZLX 12P (à 400 Euro), die ordentlichen Sound produzieren und auch ordentlich Krach machen.

Die große Anlage

Wenn's ins Freie geht und wirklich das Publikum zu beschallen ist, dann lege ich aber auch ich richtig los:

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Da stell' ich dann mal locker 2.000 Watt auf die Bühne mit einem Schalldruck der sich gewaschen hat.

Die Lichtanlage

Das ist auch so ein Streitthema. Wie viel Licht ist zu wenig und wie viel is komplett übertrieben? Wenn ein Kunde kein Extralicht bestellt, dann komme ich mit einem Spiegelkugeleffekt, sowie zwei American DJ Lauflichtern.

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Da hat sich bis heute noch kein Kunde drüber beschwert. Meistens kann man den Saal nicht mal dimmen, dann ist selbst dieses Licht überflüssig, weil man es schlicht nicht sieht.

Für einen Aufpreis von 50 Euro komme ich mit dem Eurolight KLS-Kombo (500 Euro), wenn der Kunde das wünscht:

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Das war noch nie der Fall! Ich frage jedes mal nach, aber dieses Licht wurde erst einmal benutzt, weil ich es an dem entsprechenden Abend ausprobiert habe (bei einem guten Freund und Nachbarn).

Wie die Musik spielt

Auch diese DJ Controller sind immer wieder Gesprächsstoff. Ich benutze diese Teile nicht, weil ich das einfach nicht brauche.

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Ich habe dafür absolut keine Verwendung, ich steuere alle Funktionen meiner Virtual DJ-Software mit einem Trackball. Ich mache das schon immer so und das funktioniert mehr als hervorragend. Warum soll ich den eh schon knappen Platz auf meinem DJ-Pult mit noch einem Gerät zustellen? Zur Auswahl und zur Suche der Lieder muss ich doch sowieso auf den Laptop zurück, denn eine Tastatur haben die Dinger nicht.

Jedem das Seine

Ich arbeite mit diesem System seit mehr als 15 Jahren als freier DJ und bin nur sehr selten an Grenzen gestoßen, die dann aber eher "der Power" geschuldet waren, sprich, mein System war schlicht zu leise. Da hatte ich z.B. einfach die Akustik in einem Zelt, in dem 300 Leute sitzen, unterschätzt. Ansonsten kämpfe ich mit defekten Geräten, am Anfang auch mit zerfetzten Membranen, zu kurzer Funkstrecke und Gästen, denen es so gut wie immer einfach zu laut ist.

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