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Nie wieder Caritas Bad Mergentheim (Teil 1)

November 2013


Meine Güte, was hab' ich eine Krankenhaus-Odyssee hinter mir! Angefangen hat alles im November 2013, als ich im Caritas Bad Mergentheim an der rechten Leiste (Leistenbruch) operiert wurde. Dies wurde laparoskopisch durchgeführt (Schlüsselloch-OP) und man benutzte dafür meinen Nabelbruch (den ich seit 30 Jahre hatte). Die Leiste (Hernie) wurde versorgt, der Nabelbruch geschlossen.


Dezember 2013


Leider „vergaß“ man nun, mir eine Bauchbinde mitzugeben, denn ich wurde als „Leistenbruch“ geführt und nicht als Nabelbruch! Das Resultat war, dass mir Ende Dezember 2013 (in einer Not-OP) noch einmal der Bauchnabel geflickt wurde.


Januar 2014


Im Januar war ich mehrfach im Caritas, immer wegen Bauchschmerzen und Schmerzen am Bauchnabel. Nachdem ich dort immer weggeschickt wurde, ging ich nach Rothenburg o.d. Tauber. Dort meinte man, ich hätte vermutlich Verwachsungen (Briden), die man aber nicht operiert. Da müsse ich mich dran gewöhnen.


März 2014


Nachdem ich zweimal stationär in Rothenburg wegen Verstopfung war und immer noch Schmerzen am Bauchnabel hatte, entschied man sich nun doch für eine Bauchoperation (15. März) und schnitt „zahlreiche Verwachsungen“ weg. Dann hatte ich 14 Tage Ruhe.


April 2014


Wieder wegen Verstopfung in Rothenburg. Dann wieder zu Hause. In der Zeit habe ich schon wieder in Rot am See gearbeitet, doch die Schmerzen an der rechten Leiste und diese elendigen Verstopfungen waren kaum noch zu ertragen. Dann der Knaller: Am 24. April wegen schwerer Herzrhythmusstörungen (man sagte etwas von einem "kleinen Infarkt") mit dem Krankenwagen ins Caritas! Ich solle dringendst meinen Stress reduzieren, was ich gemacht habe. Bekam leider sehr wenig Verständnis von einem meiner besten Freunde, aber da musste er durch. Und ich auch.


08.05.2014 - 13.05.2014


Ins Caritas wegen starker Bauch- und Leistenschmerzen an der rechten Seite. Die übliche Prozedur: Abführen mit Endofalk und (schmerzhalten) Hebe- Senkeinläufen. Die rechte Leiste wurde unterspritzt.


14.05.2014 - 15.05.2014


Ich war kaum 12 Stunden draußen, ging’s von vorne los: starke Bauch- und Leistenschmerzen an der rechten Leiste. Was machen die Ärzte? Dreimal dürfen Sie raten. Richtig:  Abführen mit Endofalk und (schmerzhalten) Hebe- Senkeinläufen. Die rechte Leiste wurde unterspritzt.


16.05.2014 - 21.05.2014


Sie sehen es am Datum. Die Schmerzen waren wirklich nicht zu ertragen. Am Abend des 16. Mai war ich wieder in der Notaufnahme des Caritas angelangt. Ich habe die Ärzte angebettelt, doch endlich mal nachzuschauen, was zum Teufel mit mir los ist! In der Zwischenzeit hatte ich 18(!) Auftritte absagen müssen und damit eine verdammte Menge Geld verloren. Meine Frau war mit dem Nerven am Ende, denn sie hatte mich nun schon so oft ins Krankenhaus gefahren, dass man es fast nicht mehr zählen konnte!

Es dauerte bis Samstag, bis man den Auslöser für die Bauchschmerzen und Verstopfungen gefunden hatte. Erst gleich werden Sie sehen, dass dies nicht die einzige Ursache war: Eine massive Schilddrüsen-Unterfunktion! Es wurde ein CT gemacht,und noch ein Leistenbruch (links) entdeckt. Am 19.5. wurde ich dann an beiden Leisten operiert, da auch die Schmerzen an der rechten Seite nicht aufhörten. Das war die 4. Operation in sechs Monaten! Kein Wunder, neben der Unterfunktion, dass mein Darm angepisst war!

Als ich am Mittwoch, den 21.05. aus der Chirurgie entlassen wurde, habe ich bereits einem Pfleger nach dem Frühstück gesagt, dass es mir überhaupt nicht gut geht. Ich hatte nach dem Frühstück starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Völle- und Druckgefühl im Oberbauch, Durchfall, starkes Unwohlsein, vor allem im Liegen. Der Pfleger meinte, das müsse wohl am Wetter liegen. Nach dem Mittagessen zeigten sie die gleichen Symptome verstärkt wieder, und als meine Frau mich um 17 Uhr abholte, erklärte ich mich noch mal dem diensthabenden Assistenzarzt, doch dieser verwies auch auf das Wetter! So ging ich nach Hause und war bereits am Mittwochabend, nachdem ich nichts essen konnte, fast wieder so weit, den Krankenwagen zu rufen. Am Donnerstagnachmittag hat dies dann meine Frau getan und ich wurde ins Caritas gefahren.


22.05.2014 - 27.05.2014


Was ich dann, von Freitag bis Sonntag auf der Station E2 im Zimmer 16 erlebt habe, das kann ich kaum in Worte fassen. Bis auf zwei Minuten Visite am Morgen wurde ich komplett mir selbst und meinem starken Beschwerden überlassen. Mir wurden lediglich Schmerzmittel verabreicht, die meine Beschwerden tagsüber mehr oder weniger linderten und abends zur Nachtruhe bekam ich eine Infusion (Opiate, weil mir Novalgin nicht mehr hilft). Mir wurde Essen hingestellt, welches ich z.T. nicht angerührt habe. Erst am Sonntag bekam ich Domperidon, welche meine Beschwerden milderte und man „erwägte“, mich an die Innere zu verlegen, die sich dann „mit mir rumärgern können“ (O-Ton einer Assistenzärztin!).

Bei den Visiten wurde mir von den Assistenzärzten immer wieder gesagt, dass man keine organischen Befunde für meine Beschwerden finden könne (wie denn auch, ich wurde ja gar nicht untersucht bis auf Ultraschall und Röntgen in der Notaufnahme), und ob es nicht sinnvoll wäre, mich einer Schmerztherapie zu unterziehen.

Hier wurde auf meine Panalgesie angespielt, die ich erstens sehr gut im Griff habe, und zweitens bereits mehr als ein Jahr therapeutisch behandelt habe. Mir wurde mehrfach erklärt, dass meine Beschwerden nur noch psychosomatischer Natur sein können, da man „organisch nichts finde“.

Ich habe mit Händen und Füßen versucht den Ärzten zu erklären, dass meine aktuellen Beschwerden absolut nichts mit meiner Panalgesie zu tun haben, habe versucht die Form, die Auswirkung, den Grund und das Auftreten meiner Panalgesie zu beschreiben, das ich bereits seit mehr als einem Jahr deswegen in Behandlung bin und mich mit diesem Schmerz sehr gut auskenne. Es nutzte nichts. Es kam mir so vor, als würde ich mit meiner psychosomatischen Krankheit, die ich wunderbar im Griff und unter Kontrolle habe, in die Schublade „Psychosomatik“ gesteckt.

Diese Versuche der Erklärung während der Visiten gipfelte darin, dass mich eine Schwester schroff mit den Worten unterbrach: „Aber das wissen wir doch jetzt schon alles, Herr Höller!“. Von dieser Schwester musste ich mir verschiedene Dinge anhören (u.a. im Beisein meiner Frau):

  • Ein Mann muss auch mal was aushalten!
  • Wenn sie den ganzen Tag nur faul im Bett liegen, kann das ja nicht besser werden. Stehen sie auf und laufen sie!
  • Sie werden bei uns Schwestern als wehleidig geführt und als sehr empfindlich!
  • Hier gibt’s Leute, die sind kränker als sie und jammern nicht so rum!

Als ich etwas gegen die Übelkeit wollte, schaute sie mich nur an und sagte kein Wort. Erst als ich meine Bitte eindringlich wiederholte, kam sie schweigend meiner Bitte nach. Auf meine Frage nach einem Schmerzmittel bekam ich zur Antwort, "man könne mir jetzt nichts geben, weil der Arzt in einer OP und nicht erreichbar wäre“. Ich wurde zweimal nach einem Schwestern-Ruf schlicht vergessen und musste noch mal die Schwester anfordern, wobei tagsüber fast immer erst eine Schülerin kam, die dann die Schwester holte. Ich habe mich am Ende schon gar nicht mehr getraut, auf diesen roten Knopf zu drücken, weil man mir ja mehrfach zu verstehen gegeben hatte, was man von meiner „Wehleidigkeit“ halte. Ich sprach einen Pfleger im Flur an und bettelte um Hilfe, doch dieser ging weiter und meinte nur: "Ich bin für sie nicht zuständig!"

Am Dienstag, den 27.05.2014 stellte der Oberarzt der Inneren Medizin bei mir, durch eine Magenspiegelung, einen duodenogastralen Gallereflux sowie eine Refluxösophagitis Grad 2 fest, die alle meine Beschwerden (und Symptome) erklären.

Wäre ich bereits bei der Aufnahme in die Innere gebracht worden (wo ich hingehört hätte), wären mir tagelange Demütigung, Erniedrigungen und meine Schmerzen ersparen geblieben. Der OA sagte mir bereits bei der Anamnese am Montag, dass er sich bereits denken könne, was mir fehlt und er hatte damit ja auch vollkommen recht. Hätte man mich nur einmal diesem Doktor vorgestellt, wäre alles klar gewesen.

Ausdrücklich möchte ich betonen, dass es sich nur um die Schwester handelt, die für mein Zimmer zuständig war. Ich habe bei der Visite am Freitag bereits betont, dass sich diese Beschwerden wie ein Reflux anfühlten, da ich schon einmal einen hatte, der allerdings nicht so ausgeprägt war. Aber ich war ja nur der Patient mit der psychosomatischen Störung, was weiß ich schon.

Besonders hervorheben möchte ich Herrn Dr. Orban, der jeden Tag(!) nach mir geschaut hat (der Chirurg, der mich operierte), den Oberarzt Herrn Dr. Vey und Team (Innere Medizin), die mich sehr liebe- und verständnisvoll behandelt haben sowie den Pfleger Joachim und die Nachtschwester Tanja(?) von Freitag- bis Sonntagnacht.

Und nun?

Die OP ist nun fast 14 Tage her und es drückt und zieht doch noch ganz schön an beiden Leisten. Für die Schilddrüse bekomme ich Hormone und mein Darm scheint sich beruhigt zu haben. Ich kann nur hoffen, dass es nun vorbei ist und ich wieder arbeiten kann. Mir geht langsam das Geld aus....

Nie wieder Caritas, Bad Mergentheim (Teil 2)

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