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Rezension: Er ist wieder da (Timur Vermes)

eristwiederdaSeit 20 Jahren plane ich, jetzt dürfen Sie staunen, eine “besondere” Hitlerbiographie. Über das Buch selbst möchte ich nichts verraten, sonst kommt mir vielleicht ein professioneller Autor mit der Idee noch zuvor. Warum noch eine Hitler-Biographie, es gibt doch schon gefühlte 1.243 Stück? Das mag sein, aber keines dieser Bücher wird so sein, wie ich es plane. Jedenfalls habe ich auf Grund dieses geplanten Buches, zu Recherchezwecken, mehr als 30 Biographien gelesen, angefangen von Konrad Heiden (dessen Buch über Hitler in zwei Bänden ich sogar als Originalausgabe von 1936/37 habe) bis hin zu der neusten Veröffentlichung von Ian Kershaw in zwei Bänden von 2013. Aus all diesen Büchern werde ich demnächst ein neues Hitlerbuch basteln.

Timur Vermes – Er ist wieder da

Natürlich habe ich auch von diesem Roman gehört und habe ihn nun gelesen. War ich anfangs fasziniert von der Idee und überrascht von der “Sprechweise” Hitlers, die der Autor wirklich gut hinbekommen hat, begann mich aber genau diese ausschweifende, ausufernde, sich in Laberei verlierende Sprechweise nach 100 Seiten einfach nur zu nerven. Was am Anfang ein richtiger Spaß war, wurde schlicht langweilig.

Wenn auch der Autor sich mit der Person Hitlers und der Geschichte des 3. Reiches durchaus befasst und diese immer wieder mit ironischen Spitzen in den Text integriert hat, ermüdete dies beim Lesen zusehens. 

Sehr dünne Story

Hinzu kommt, das die ganze Story mehr als dünn daherkommt. Hitler erwacht in Berlin, übernachtet in einem Kiosk, wird von einer TV-Produktion entdeckt, jeder hält ihn für einen Comedian, er hat ein paar Erfolge mit seinen Sprüchen, wird ein Youtube-Star, die BILD springt auf ihn an, dann wird er verprügelt, die Parteien wollen ihn, er soll ein Buch schreiben. Fertig. Mehr ist nicht. Die ganze Story, untergebracht in einem Satz.

Durchaus einige Lacher

Der Text ist witzig, das muss man schon sagen. Viele Passagen und Kapitel sind aber erst dann wirklich greifbar, wenn man die Geschichte des 3. Reiches zumindest ein wenig kennt und Namen wie Baldur von Schirach oder Gregor Strasser nicht erst googeln muss.

Mein Fazit

Sicher ein lesenswertes Buch, wenn man auch im Nachhinein dem Autor Bewunderung zollen muss, dass man sich mit so einer dünnen Hauptgeschichte mehr als 300 Seiten voll bekommt. Das ist schon erstaunlich. Ich habe etwa aber der Mitte des Buches seitenweise Abschnitte übersprungen und konnte der Story trotzdem noch folgen.

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