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Android: YouNow–Gefährliche App für Kinder

Handys sind aus den Händen unserer Kinder nicht mehr weg zu denken, Eltern sollten aber streng – und ich meine streng – kontrollieren, was ihre Kids auf dem Ding so treiben.

Ein Spielplatz für Pädophile: YouNow – Starte Dein Programm

Neueste Gefahr für unsere Kids kommt von einer eigentlich coolen App, die allerdings einen kleinen Schönheitsfehler hat. YouNow – Starte Dein Programm will aus jedem, der die App benutzt, einen Star machen. Das Prinzip ist einfach, wie sicher lustig (so wie es gedacht war): Die App greift auf die Handy-Cam zu und streamt dieses Bild, incl. Ton, live in die Welt hinaus.

Jeder kann das sehen

Leider ist es nun aber so, dass wirklich jeder, die die App benutzt, dieses Livebild auch sehen kann. Jeder! Die App unterscheidet nicht, ob sich dieser Zuschauer in einer Freundesliste befindet, oder nicht. Es gibt hier also, gerade für Jugendliche oder Kinder – und darin besteht die große Gefahr – keinelei Kontrolle, wer das Bild sieht und wer dann eben auch etwas in den Chat schreibt. Ich war keine 30 Sekunden online:

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Und wieder ein Spielplatz für Phädophile?

Selbstverständlich wird eine gewisse Gruppen von Leuten diese App und die darin liegende Anonymität gnadenlos ausnutzen. Hier sind allen Pädophilen dieser Welt Tür und Tor geöffnet, da diese natürlich auch “regulär” mit dem Inhaber der App Kontakt aufnehmen können, da sich die Kinder, und das werden sicher viel machen, über Facebook bei der App anmelden können. Dort wird dann das Profilbild in YouNow – Sende Dein Programm gespeichert und, zunächst einmal, auch der Facebook-Name verwendet.

Minimale Sicherheit

In der App gibt es einen Button für die Einstellungen:

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Dort kann man einen Nicknamen (Description) vergeben, der dann mit dem angemeldeten Namen ersetzt werden kann. Außerdem kann man die Standorte ausschalten, mehr Sicherheit gibt es nicht:

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12 jähriges Mädchen sendet von ihrem Bett aus

Erschreckend, wie leichtsinnig Kinder mit dieser App umgehen. Dieses 12 jährige Mädchen sendet live von ihrem Bett aus:

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Die Kommentare lassen nicht lange auf sich warten:

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Und sie gibt bereitwillig Auskunft, sagt ihr Alter, auf welche Schule sie geht, aus welcher Stadt sie kommt. Auf meine Frage, ob ihre Eltern wissen, was sie hier macht, sagt sie: “Ja, meine Eltern wissen das”. Also lügen kann sie auch schon.

Einige der Zuschauer verweisen auf die App Insta Love, einer für Kinder und Jugendliche ebenfalls nicht geeignete Chat-App.

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Livesendung aus der Schule

Dieses Mädchen sendet live aus dem Klassenzimmer und die pädophilen, versteckten Andeutungen sind mehr als eindeutig:

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Erschreckend

Schlimm, sehr schlimm, ich bin teilweise entsetzt, was in den Chats abgeht. Da sich wirklich jeder auch anonym bei dieser App anmelden kann, besteht eine immense Gefahr, an pädophile Arschlöcher zu gelangen, die das ausnutzen. Das Mädchen oben wird aufgefordert "Zieh doch mal dein Liebelingskleid an" und sie antwortet "Das geht gerade nicht, ich bin bei meiner Tante!". Was mich erahnen läßt, dass sie das vielleicht sogar gemacht hätte. Hier muss die Firma unbedingt nachbessern und eine Funktion einführen, dass nur “Freunde” den Livestream sehen können. Wahrscheinlich baut die Firma BNOW.INC darauf, dass in der “Öffentlichkeit” des Livestreams die Kinder und Jugendlichen geschützt sind. Eine leider sehr trügerische Annahme, denn das funktioniert offensichtlich nicht. Ich halte diese App für Kinder und Jugendliche nicht geeignet.

Ständige Skype-Anfragen

Unglaublich, wie viele sehr junge Mädchen diesen Dienst nutzen und bereitwillig Auskunft geben wie alt sie sind und welche Accounts sie noch so haben. Egal ob InstaLove, Facebook, Twitter, Youtube oder sogar Skype, alles wird verraten. Das Alter, die Schule, der Wohnort, Fragen über Sexualität und immer wieder versteckte pädophile Andeutungen wie bei den Beiden da oben: "Habt Ihr Euch schon mal geküsst". Und die Zwei fanden das dann auch noch lustig!

Streaming verstößt zum Teil gegen Gesetze

Was viele der Jugendlichen nicht bedenken: Es reicht schon, im Hintergrund das Radio laufen zu lassen, um eine Abmahnung zu erhalten. Das im Hintergrund laufende Musikstück stellt dann eine "öffentliche Aufführung" dar und der Sender macht sich strafbar, wenn er dafür keine Erlaubnis besitzt. Was aber fast gravierender ist: Wer andere Menschen filmt und diese dabei live streamt, benötigt die Zustimmung der abgebildeten Person. Hat man diese Zustimmung nicht, verstößt man gegen das Persönlichkeitsrecht dieser Person und deren informationellen Selbstbestimmung. Das kann drakonische Strafen nach sich ziehen!

Fehlendes Unrechtsbewusstsein

Dieses Mädchen (17) habe ich auf die Musik im Hintergrund aufmerksam gemacht, weil ich einfach mal wissen wollte, wie sie darauf reagiert. Ihre Antwort verblüfft: "Sei doch nicht so kleinlich, wir wollen doch nur Spaß haben!". Nachdem ich sie darauf aufmerksam macht, dass ihre Eltern die Abmahnung bezahlen müssen und sie gegen Gesetze verstößt, meinte sie "Ach, wir wollen doch nur Spaß haben, wen stört es denn, dass da Musik läuft?" Und dann hat sie mich blockiert. Hier fehlt jedgliches Unrechtsbewusstsein oder, was ich eher vermute, hier fehlt einfach jedwedes Wissen, was man im Internet darf und was nicht. Zudem machte sie laufend auf ihren Youtube-Kanal und auf ihre Facebook-Adresse aufmerksam, was ich sehr bedenklich finde. Übrigens hatte sie teilweise 100 Zuschauer, die nicht alle wohlwollend waren und von ihr dann auch gleich blockiert wurden.

Younow speichert letzte Videos

Die letzten Videos werden immer von Younow gespeichert, sodass man diese auch noch Stunden später anschauen, und hier natürlich auch downloaden kann. So ist einem Verbreiten im Internet keine Grenzen mehr gesetzt.

Mein Video über Younow: https://www.youtube.com/watch?v=1kCtXXI3dww
Erklärvideo: https://www.youtube.com/watch?v=e_92ZHVH6k8
Rechtlich Hinweise vom Fachanwalt: http://youtu.be/kIb434Wr-7M

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