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Sollten Killerspiele verboten werden

Bereits auf dem C64 gab es eine ganze Reihe von Spielen, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften aufgrund ihrer Gewaltdarstellung indiziert und damit verboten wurden. Ich erinnere da gerne an das Lehrerspiel. Diese Prüfstelle hat umfangreiche Aufgaben, die alle darauf abzielen, Jugendliche und Kinder vor diversen Gefahren zu bewahren. Außerdem ist sie zuständig für das Indizierungsverfahren für Computerspiele. Alle gängigen 3D-Shooter, so der branchenübliche Name für diese Spiele, werden von der BPjM mit einem „Über 18“-Siegel versehen und dürfen damit Jugendlichen weder verkauft, noch zugänglich gemacht werden. Dies gilt nicht nur für den Handel, sondern auch, im besonderen Maße, für das private Umfeld zu Hause. Die Behörde geht sogar in vielen Spielen noch einen Schritt weiter und verbietet diese ganz. Dann ist sogar der Besitz strafbar.

Definition eines Killerspieles
Im allgemeinen werden 3D-Shooter wie „Counter Strike“ als Killerspiele bezeichnet, da in diesen Spielen das Töten von Gegnern entweder das alleinige Spielziel darstellt, oder das Ziel durch das Töten erreicht werden muss. Zu dieser Art der Spiele gehören auch Call of Duty,  Farcry, Half Life, F.E.A.R., Crysis oder Left 4 Death. Diese Sichtweise ist aber sehr einseitig, denn auch im Online-Spiel WarCraft werden Computergegner getötet. Ebenso in Command & Conquer oder auch Civilisations. Selbst in der ANNO-Reihe geht es nicht ohne das virtuelle Spielen von Kriegen ab. Warum spricht niemand über diese Spiele? Auch dort ist das Spielziel nur durch die vollständige Vernichtung des Gegners zu erreichen.

Oftmals wir die Diskussion von Menschen geführt, die weder eines dieser Spiele gespielt, ja sogar noch nie eines davon gesehen hat! Es werden einfach Stammtischparolen nachgeplappert, die man aus dem Internet hat oder von selbsternannten  Experten aufgestellt wurden. Es gibt keinerlei wissenschaftliche Nachweise, dass das Spielen von 3D-Shootern gewalttätig macht oder zu einem Amoklauf anregt!

3D-Shooter wie Counter Strike
Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass sich auf den Computern einiger der Amokläufer das Spiel „Counter Strike“ befand. Aus diesem Grund wurde der Ruf laut, diese Spiele zu verbieten. Auf den Festplatten befanden sich aber auch reale Tötungsvideos aus dem Irak, indizierte Horrorfilme, Aktionfilme ab 18 Jahren und jede Menge Pornos. Wer sich einmal mit Counter Strike befasst, der wird erkennen, dass dieses Spiel definitiv niemanden zum Amokläufer macht. Bei Counter-Strike handelt es sich zudem um das populärste Spiel im Bereich E-Sports. CS spielt man auch nicht alleine, sondern in einem Team mit bis zu vier Mitspielern, die sich zwingend untereinander absprechen müssen (Teamspeak). Es ist eines der meistgespielten Onlinespiele aller Zeiten, täglich spielen zwischen 50.000 und 200.000 Menschen. Counter Strike wurde nach dem Amoklauf von Erfurt von der BPjM erneut einer Prüfung unterzogen und NICHT indiziert!

Verbot von 3D-Shootern
Ein Verbot dieser Art der Spiele ist keine Lösung des Problems. Amokläufe sind das Ergebnis sozialer Missstände im Umfeld der Jugendlichen, die entweder nicht erkannt oder von den Verantwortlichen ignoriert wurden. Amokläufer in Deutschland sind das Ergebnis von Eltern, die ihre Kinder nicht beaufsichtigen und denen es egal ist, was ihre Kinder am Computer treiben oder sich auf dem eigenen Fernseher im Kinderzimmer anschauen. Welche Eltern kontrollieren die Spiele oder Videos ihrer Kinder? Schuld ist der Lehrer, der Mobbing und Ausgrenzung einzelner Schüler zulässt und nicht eingreift. Schuld ist die Filmindustrie, die Filme mit gewaltbetonten und -verherrlichendem Inhalt auf den Markt bringen. Schuld ist der Nachbar, der wegschaut anstatt einzugreifen. Zudem kann man sich solche Spiele leicht aus dem Internet besorgen.

Aufsichtsplicht der Eltern
Es ist alleine die Aufgabe der Eltern dafür Sorge zu tragen, dass sich auf den Computern ihrer Kinder keine Spiele befinden, die für ihr Alter nicht freigegeben sind. Das hat absolut nichts damit zu tun, dass man seinem Kind misstraut, sondern ist schlicht eine Elternpflicht. Es ist außerdem die alleinige Pflicht der Eltern dafür zu sorgen, dass diese nur Filme sehen, die für ihr Alter zugelassen sind, dass sie unter 18 Jahren nicht rauchen und keinen Alkohol trinken. Kinder sollen und müssen von ihren Eltern beaufsichtigt und kontrolliert werden! Diese Verantwortung kann man nicht an die Politik abwälzen oder eine ganze Industrie dafür zur Verantwortung ziehen.

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