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Leserbrief: Hallo Anja Rützel! Spiegel-Online! DJ Bobo!

soiegel
© Spiegel-Online

Liebe Anja Rützel,

ich lese gerne Artikel im Internet. Und ja, ich lese auch Artikel vom Spiegel. Was Sie hier aber abgeliefert haben, entzieht sich komplett  meinem Verständnis. Der Artikel über DJ Bobo liest sich für mich wie der Versuch, das Rhetorikstudium in vier Absätze zu packen, damit diese verschwendete Lebenszeit dann doch nicht ganz umsonst war. Den Schreibstil in diesem Artikel finde ich einfach furchtbar und es sieht für mich auch so aus, als wollten Sie hier unbedingt beweisen, dass Sie die Königin der "Wortneuschöpfungen" sind.

  • Armausklapp-Bewegung
  • kondensiert
  • Schrumpfpantomime
  • bobomäßigste aller Bobomoves
  • Softspot
  • Neunziger-Kirmespop
  • Ungreifbarkeiten
  • Tanz-Hieroglyphe

Und das ist nur der erste Absatz. Wen möchten Sie damit beeindrucken? Mich schreckt das eher ab. Ich lese gerne Worte, die ich auch kenne und nicht gezwungen werde, jedes dritte Wort nochmal zu lesen, weil ich es eben nicht kenne oder den Sinn nicht verstehe:

  • Schamschärpe
  • sirenige Strophen
  • Konsenswerte
  • rummeliger
  • Nostalgiemuskel
  • verbindlich-unverbindlich
  • Zuschreibung
  • retroduselig
  • Verknarzung
  • Ironieimprägnierung
  • quatschig
  • ästhetisch-theoretisch
  • Tiefsinnsschürferei
  • Eskapismus-Parkbuchten

Es kann natürlich sein, dass ich als nichtstudierter Mensch ohne wirklichen Schulabschluss den tiefgreifenden Sinn dieses Artikels auch nicht verstehe. Mit anderen Worten: Ich bin zu blöd dafür und sollte mich vielleicht eher bei BILD aufhalten. Das Geschreibsel verstehe ich wenigstens.

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