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Ostern - Die wahre Geschichte

Wenn Sie Christ sind, feiern Sie diese Tage die "Auferstehung" Jesus von Nazareth, nachdem man in tot vom Kreuz genommen und in eine Höhle gelegt hatte. Dort verschwand er auf wundersame Weise und erschien in den nächsten 40 Tagen zahlreichen Personen, um ihnen Mut zu machen und Ratschläge zu geben.

Die Auferstehung

Damit ist lediglich das "Auferstehen von den Toten" gemeint, eine in der jüdischen Religion verankerte Form vom "Leben nach dem Tod". Gott hat (natürlich) die Fähigkeit, Menschen "von den Toten" zu erwecken, was wäre er denn für ein Gott, wenn er das nicht könnte. Dieses Auferstehen entspringt dem Apokalyptischen Glauben und wurde vor allem von Johannes dem Täufer propagiert, der seine Mitjuden taufen wollte (eine Taufe im Sinne des Johannes gab es zu dem Zeitpunkt bei den Juden gar nicht), damit sie "reinen Herzens" ihrem Schöpfer gegenübertreten konnten. Mit dem "Untertauchen" wurden bisher nur Krankheiten geheilt und die "seelische Reinheit" zurückgewonnen, dieses "Reinigen" für das Jenseits gab es erst mit Johannes. Der Talmud z. B. schreibt eine "rituelle Waschung" sogar vor. Dies alles hat mit der eigentliche "Taufe" des Christentums nicht das Geringste zu tun.

Warum wurde Jesus von Nazareth verhaftet

Weil er der Obrigkeit der Juden im Weg war. Die Lehre, die Jesus propagierte, stellte ein neues Judentum dar, viele Traditionen wurden vom ihm verabscheut, er wollte neue Wege gehen. Zusammen mit Johannes dem Täufer, dem er nicht zufällig begegnet ist, hätte er vermutlich gute Chancen gehabt, als anerkannter Rabbiner (ziemlich zweifellos wurde er so im Volk wahrgenommen) in der Rangfolge zum Ober- oder sogar Großrabbiner aufzusteigen und damit in den Sanhedrin aufgenommen zu werden. Das musste um jeden Preis verhindert werden, denn wäre dem Gespann Johannes-Jesus dies gelungen, wäre die jüdische Religion, wie sie heute noch existiert, nicht mehr die von vor 2000 Jahren. Also musste man etwas unternehmen. Wir gehen heute davon aus, dass Jesus die Thora komplett auswendig konnte und damit jeden anderen Rabbiner verblüffte. Oftmals legte er die Texte aber auch völlig anders aus, als dies bisher von den Gelehrten gemacht wurde. Jesus war ein Revoluzzer! Er musst weg! Nachdem Johannes der Täufer einer Intrige von Herodias, der Frau des Herodes zum Opfer fiel (sie ahnte die Gefahr, die von der Täuferbewegung ausging) stand Jesus ohne seinen Unterstützer dar, was die Möglichkeit tatsächlich "König der Juden" zu werden, nicht nur erheblich verzögerte, sondern vermutlich auch schlicht unmöglich machte.

Seine "Tempelreinigung" war sicher auch nicht gerade geeignet, sich unter dem Sanhedrin einen Namen zu machen. Es war schlicht ein Frevel, eine unfassbare Gotteslästerung. Allerdings hatte er sich damit auch bis in die entferntesten Gegenden bekannt gemacht, denn diese Aktion war schlicht unglaublich! Zu seinem Ruf (und seinem Untergang) beigetragen hat auch sein "Einzug in Jerusalem", eine absolute Verzweiflungstat, denn während seiner ganzen Wanderjahre hatte er sich von Jerusalem ferngehalten, immer einen großen Bogen um die Stadt gemacht. Was wollte er damit bezwecken? Sein Freund und Unterstützer Johannes der Täufer war tot, er stand mit seinem Plan "König der Juden" zu werden, vollkommen alleine da! Aber aufgeben war anscheinend keine Option und so wollte er zeigen, er wollte es beweisen, dass er bereits eine religiöse, ja vielleicht sogar eine politische Macht war. Auch dass er auf einem Esel nach Jerusalem gekommen war, erfüllte einfach nur eine Prophezeiung (Sach 9,9ff), damit kannte er sich bestens aus! Es war auch nicht das erste Mal, dass er Prophezeiungen dazu benutzte, um seine Person als den kommenden Messias zu positionieren. Also setzte er an diesem Tag alles auf eine Karte, bereits Tage vorher haben sich seine Anhänger auf den Weg nach Jerusalem gemacht und in jeden Dorf, in jeder Stadt die "Ankunft des Messias" verbreitet. Und es wurde triumphal! Er setzte mit diesem Einzug ein Zeichen, welches vom Sanhedrin nicht mehr übersehen werden konnte. Er wurde zu einer Gefahr, er musste weg. Große Teile des jüdischen Volkes hatte er inzwischen auf seine Seite gezogen, dabei natürlich auch viele Anhänger des Johannes, die über die Tötung ihres Rabbiners wütend waren.

Jesus war nicht der einzige Messias

Das sind Dinge, die uns unsere Priester und Gelehrten nicht erzählen, weil es einfach nicht sein darf. Im Judentum gab es Dutzende Menschen, die sich als den "Messias" ausgaben und dazu - natürlich - die Prophezeiungen der Thora verwendeten. Die Hoffnung auf einen Messias wurde von Jesaja in die Welt gesetzt, der um 740 v. Chr. auftrat. Danach folgten viele Prediger, die dieses Heilsversprechen aufgriffen und unter das Volk brachten. Flavius Josephus, ein jüdischer Gelehrter, spricht in seinen Schriften mehrfach von verschiedenen Predigern, die sich bereits vor Jesus von Nazareth als Messias sahen. Der Legende nach überlebte Flavius als einziger den Massenselbstmord von Masada, damit er diese Geschichte in die Welt tragen konnte. Was er dann auch tat.

Die Kreuzigung im Judentum?

Eine Kreuzigung mit Nägeln gab es im Judentum nicht. Wurde man an das Kreuz gehängt und mit Seilen fixiert, galt dies zum Ersten natürlich als Todesstrafe, im Grunde aber der Demütigung des Verurteilten. Auch diente diese Art der Hinrichtung durchaus als Abschreckung. Im Judentum wurde aber meistens die Steinigung gewählt. An das Kreuz gehängt wurde man auch wegen Gotteslästerung. Es ist unzweifelhaft das Jesus von Nazareth gekreuzigt wurde, weil dieses Ereignis sich auch in außerbiblischen Stellen findet. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich wurde er aber nicht ans Kreuz genagelt. Dies wurde von Paulus von Tarsus erst Jahrzehnte später aufgegriffen, vermutlich um die Passion, den Leidensweg Jesus zu verdeutlichen. Übrigens, wo ich den Namen Paulus gerade erwähne: Er ist der "Erfinder" des Christentums! Nicht Jesus von Nazareth, denn dieser war Jude. Seine Eltern waren Juden, seine Geschwister waren Juden. Er wollte Zeit seines Lebens auch nichts anderes sein, er war kein Christ, wie ich es immer und immer wieder lese. Das ist schlicht Unsinn!

Einflussreiche Unterstützer

Nicht nur im "gemeinen" Volk, sondern auch bei Teilen der "besseren Gesellschaft" hatte Jesus Unterstützer. Einer von diesen Menschen war Josef von Arimathäa, einem reichen Juden, der auch noch Mitglied des Sanhedrins war! Er war es, der den angeblich toten Jesus vom Kreuz nahm und in - auch angeblich - in eine Höhle brachte und diese mit einem schweren Stein verschloss. Der Legende nach ist eben dieser Josef auch der Hüter des Heiligen Grals, einem Becher in dem er Blut aus einer Seitenwunde Jesus aufgefangen haben soll.

War Jesus am Kreuz gestorben?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat Josef von Arimathäa seinen Einfluss geltend gemacht und den sterbenden Jesus vom Kreuz geholt. Er verbrachte ihn dann auch nicht in eine Höhle, sondern nahm in zu sich um zu versuchen sein Leben zu retten. Was ihm offenbar auch gelang, denn nach seiner Genesung wurde Jesus viele Male gesehen und sprach unter anderem auch mit seinen Jüngern, bevor er dann untertauchte und entweder aus dem Land verschwand, oder sich einfach von diesem Tag an unauffällig verhielt und nicht mehr in Erscheinung trat.

Die Geschichte der Auferstehung

Diese Wahrheit passt natürlich absolut nicht in die Geschichte eines Messias, einem Sohn Gottes. Wie sollte man nun also diesen verurteilten,  gebrandmarkten Menschen zum Messias machen? Ein Blick in die Thora schafft Klarheit: Wir lassen ihn nicht nur auferstehen, sondern sogar in den Himmel auffahren (Ostern).

Markus 16,1
Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wohin man ihn gelegt hat.

Hier steht auferstanden nicht für "in den Himmel aufgefahren", sondern schlicht "von den Toten auferstanden". Das Markus-Evangelium entstand lange nach Jesus von Nazareth, etwa im Jahre 70 . Chr. Zu dieser Zeit hatte Paulus von Tarsus bereits ganze Arbeit geleistet und aus dem Ur-Christentum längst eine über das ganze Land ausgebreitete neue Religion gemacht, das Christentum war entstanden. In seinen Missionsreisen in den Jahren 47 bis 56 hatte er seine Version des Christentum unter das Volk gebracht, die weder mit dem Judentum, noch mit den Ur-Christen etwas gemeinsam hatte. Er hatte alles in ein mythisch-esoterisches Licht getaucht, woher er das hatte kann natürlich nicht mehr nachvollzogen werden.  Einer Legende nach verhaftetet Paulus den Apostel Barnabas und wurde von diesem während der Überführung nach Damaskus bekehrt. Paulus selbst hat das nie so beschrieben, sondern von Visionen und Gotteserscheinungen fabuliert, wenngleich er Barnabas in seinen frühen Briefen erwähnt. Er begleitete Barnabas auf dessen Missionsreisen, bevor er selbst diese Aufgabe übernahm und Barnabas sich in seinen Schatten stellte.

Diese Auferstehung wird in 17 der 27 Schriften des NT erwähnt, Zeugen dafür werden nicht genannt. Dabei geht es immer um die "Auferstehung von den Toten", nicht um die Himmelfahrt. Dies wird von den Christen nach Ostern gefeiert, einen festen Termin dazu gibt es nicht. Es ist also völlig unbestritten, dass Jesus von Nazareth nach seinem angeblichen Tod am Kreuz noch mehrfach gesehen wurde! Alle Evangelien geben diese Begegnungen wieder. Wie kann es denn bitte sein, dass ein Toter durch die Gegend läuft? Genau, es kann absolut nicht sein!

Es darf aber auch nicht sein, dass ein Jesus von Nazareth frei herumläuft, obwohl er zum Tod am Kreuz verurteilt wurde. Und es kann erst recht nicht sein, dass der Sohn Gottes sich einfach so aus dem Staub macht, denn dann wäre die neue Religion und seine einzige Heilsperson schlicht unglaubwürdig!

Diesmal ist Paulus nicht schuld!

Apostelgeschichte 1,3.9-10
Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Lukas 24,51
Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.

Die Apostelgeschichte entstand 90 n. Chr. das Lukasevangelium vermutlich sogar noch später. Da war das Christentum längst etabliert und es konnte gar nichts mehr anders geschrieben werden um nicht die Grundaussage, nämlich das Jesus der Messias und damit Gottes Sohn ist, zu erschüttern. Nachdem man Jesus von Nazareth noch mehrere Tage lang gesehen hatte (man spricht von ca. 40 Tagen), war er auf einmal wie vom Erdboden verschluckt und ward nie mehr gesehen.

Mein Fazit

Im Gegensatz zum Vorhandensein eines wie auch immer gearteten Gottes habe ich die Existenz von Jesus von Nazareth nie bezweifelt. Was allerdings ein Paulus von Tarsus aus den Lehren dieses Mannes gemacht hat, ist schlicht seiner Phantasie und den damaligen Umständen entsprungen. Er hat aus dem Juden Jesus einen Begründer des Christentums gemacht. Das wollte Jesus nie sein, es war gar nicht seine Absicht, eine neue Religion zu gründen sondern das Judentum zu reformieren. Aus diesem Grund wurde er  verraten, verurteilt und man versuchte ihn hinzurichten, was allerdings nicht gelang. Er überlebte die Kreuzigung und entzog sich einer weiteren Verhaftung durch Flucht. Alles, was dann geschah haben wir zum größten Teil einem Menschen zu verdanken, der natürlich auch ein Produkt der damaligen Zeit war. Paulus hätte es sich bestimmt nicht vorstellen können, was aus "seinem" Christentum hervorgegangen ist.

Ist Jesus also "auferstanden von den Toten"? Nein, ist er nicht. Ist er "aufgefahren in den Himmel"? Nein, auch das ist er nicht. Er hat vermutlich, in irgendeinem Land, ein völlig normales Leben geführt und ist nie wieder in Erscheinung getreten. Das hat ihm hoffentlich ein langes Leben beschert.

Zwei Bücher zum Thema

Ich habe zwei Bücher zu diesem Thema geschrieben. Obwohl ich ein Dilettant bin (was kein Schimpfwort für mich darstellt), habe ich mich viele Jahre mit dem Thema Christentum und Gott auseinandergesetzt. Wenn Sie mehr über meine Thesen erfahren möchten, dann kaufen Sie doch eines meiner Bücher:


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