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AmaBrush | BrushPro X | Ultraschallzahnbürste

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Ich frage mich täglich, warum Youtube solche Werbefilme zulässt. Natürlich ist die Antwort einfach, es geht schlicht im Geld, Moneten, Penunsen. In fast fünf Minuten wird in diesem Werbevideo die Geschichte einer unglaublichen Zahnbürste erzählt, die das Zähneputzen revoluzionieren soll. Anstatt minutenlang seine Zähne auf die herkömmliche Art zu putzen, reichen mit diesem neuartigen Gerät ganze 10 Sekunden:

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In der Werbung wird dieses Gerät als BrushPro X bezeichnet, die Technik darin stammt aber vermutlich von der Amabrush, einer Firma die schon im Juni 2019 Insolvenz angemeldet hat! Diese "Zahnbürste" wurde über Kickstarter finanziert, dort wurden über 7 Millionen Euro eingesammelt:

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© Amabrush


Das Gerät war so revolutionär, das viele Medien darauf ansprangen, auch deswegen weil die Erfinder aus Wien selbst in die Öffentlichkeit drängten. Es wurden auch Geräte ausgeliefert, doch bereits nach wenigen Tagen häuften sich die Beschwerden der Käufer: Da Gerät lieferte nur eine mäßige bis gar keine Reinigung der Zähne. Selbst die Uniklinik in Wien riet von der Amabrash ab:


Das Gerät war auch nicht gerade billig, es sollte über 120 Euro kosten, was sicher auch ein Grund war, dass dem Gerät kein Erfolg beschert war. Zudem konnte man die Aufsteckbürste, sowie die im Gerät befindliche Zahnpasta ebenfalls nur bei der Firma selbst bestellen. Zum Schluss wurde sogar gegen die Firma wegen schweren Betrugs ermittelt.


Die BrushPro X...

...wird nun auf Youtube beworben und erzählt u. a. auch die Geschichte des Zahnarztes "Werner Lufen":

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Einen solchen Zahnarzt gibt es nicht! Es gab bei einem Bilderdienst eine Serie mit Bildern zu "Werner Lufen", die wurden aber vom Netz genommen:

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Im Werbevideo wird suggeriert, dass dieser Zahnarzt es nicht glauben kann, wie schlecht doch die herkömmliche Putzmethode für Zähne und Zahnfleisch sein kann. So wäre genau das Zähneputzen, welches sich seit 100 Jahren nicht verändert hat, der Grund für die vielen Zahnarztbesuche! Das ist natürlich Blödsinn.

Typische Werbeseite der BrushPro X - Ultraschallzahnbürste

852Kommt man auf die Webseite der Zahnbürste, bietet sich das gewohnte Bild, wie ich es schon Dutzende Mal gesehen habe. Werbeversprechungen über diverse Wunderdinge, viele zufriedene Kunden und natürlich wird gerade jetzt im Moment eine Zahnbürste von einer Petra Schmidt aus Duisburg gekauft. Was aber auch auffällt, sind die verschiedenen Bilder, die von der Bürste gezeigt werden, so kann man mit ziemlicher Sicherheit ausgehen, dass das Bild hier im Absatz aus dem Computer stammt, ich gehe mal davon aus, dass es die Bürste in dieser Form nie gegeben hat. Wie ich darauf komme? Weil in der weiteren Beschreibung der Bürste diese ganz anders aussieht:

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Und wenn man sich dann auch noch anschaut, was diese Bürste regulär kosten soll (180 Euro), man aber 50% Rabatt und mehr bekommt, dann sollte einem schon klar sein, wohin der Wind wehen soll:


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Seltsame Kontaktdaten

Auch hier sollte man genauer hinschauen, denn im Falle BrushPro X könnte man in Kanada anrufen, wenn man nachfragen hat, eine E-Mailadresse gibts von yourhomeshop.net, Briefe schickt man aber besser nach Malta, während Briefe an Yourhomeshop aber nach Hongkong gehen:


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Möchten Sie eine Partnerschaft mit der Firma haben?

Auch das können Sie haben! Denn die Firma bewirbt noch mehr Produkte:

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Wenn Sie diese Zahnbürste tatsächlich einmal selbst ausprobieren möchten, müssen Sie keine 90 Euro auf den Tisch legen und mit Sicherheit keine 180 Euro. Das Ding bekommen Sie bei AMAZON für knapp 30 Euro:

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