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ADS, ADHS und Ritalin

Update vom Januar 2014:
http://infowars.wordpress.com/2013/02/22/ritalin-wie-die-pharmaindustrie-unsere-kinder-vorsatzlich-zerstort-2/

Inzwischen befassen sich hochoffizielle Webseiten mit dem Problem: ADS, ADHS, Zappelphilipp-Syndrom, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Hyperaktivität. Medizinisch wird dieses Phänomen, inzwischen zur Krankheit hochstilisierte Auffälligkeit bei Kindern und Teenagern, gerne mit Medikamenten bekämpft.  Medikamente, die tatsächlich helfen, weil die Kinder schlicht ruhiggestellt werden.

Dr. Burghardt, Psychologe an der Charite Berlin beschreibt das Syndrom heute in der BILD als "eine  Störung der Hirnfunktion, deren Auslöser kein Fehlverhalten der Eltern zugrunde liegt". Wer's glaubt, wird selig. Und bekommt noch eine Schachtel Ritalin.

Zappelkinder gab es schon immer. Noch bevor sich die Pharmaindustrie dieser Kinder annahm, waren diese Kinder Plagegeister, Klassenclowns oder, für Eltern und Umwelt, einfach manchmal unerträglich. Es war, meistens, völlig ausreichend mit den Kindern zum Psychologen zu gehen, nach den Ursachen dafür zu suchen und diese Ursachen zu beseitigen. Das dauerte manchmal seine Zeit, oft hat es funktioniert, manchmal auch nicht.

Warum ist das heute anders? Warum wird man heute, sogar von Ärzten, dazu aufgefordert, selbst Vorschulkinder mit Medikamenten ruhig zu stellen? Die Antwort ist einfach und liegt auf der Hand: Es ist die Zeit. Eltern haben einfach keine Zeit mehr, sich so um ihren Nachwuchs zu kümmern, wie der Nachwuchs es eben verlangt. Entweder, weil die Mutter, der Vater alleinerziehend ist, weil beide arbeiten, oder schlicht aus Desinteresse und Faulheit. In diesem Land werden Tausende von Kindern sich selbst überlassen, mit Computer, Fernseher, DVD, Nintendo und Konsorten beschenkt und dann einfach alleine gelassen. Fernsehen vor der Schule, Nintendo oder Handy in der Pause, Computer nach der Schule, Fernsehen vor dem Schlafen. Das alles führt zu einer solchen Reizüberflutung, mit denen die Kinder einfach nicht umgehen können. Diese Menge an Informationen lassen sich nicht so schnell verarbeiten, dem kindlichen Gehirn wird dazu einfach keine Zeit gegeben.

Dabei könnte es wesentlich einfacher sein mit einem hyperaktiven Kind zu leben, wenn man sich an gewissen Regeln hält. Regeln, die eigentlich selbstverständlich sein sollten. In jeder Familie. Da dies anscheinend nicht so ist, plädiere ich dafür, Kinder nicht mit Tabletten vollzustopfen, sondern Eltern zu zeigen, wie sie es richtig machen sollten. Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern zum Psychiater zu schicken.

Regel 1: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder
Egal was Sie gerade machen, haben Sie immer, wirklich immer Zeit für Ihr Kind. Dabei reichen einige Minuten völlig aus. Wenn Ihr Kind neben Ihnen steht und Ihnen etwas mitteilen will, nehmen Sie sich einfach diese zwei Minuten und hören Sie Ihrem Kind zu. Das kann einfach nicht so schwierig sein.

Regel 2: Kinder brauchen Beachtung
Das ist das A und O, einfach das Allerwichtigste in der Erziehung von Kindern: Sie wollen, und müssen, beachtet werden. Loben Sie das Bild, welches Ihr Kind Ihnen malt, loben ist so wichtig. Vor allem: Beachten und loben Sie Ihr Kind in völlig normalen Alltagssituationen! Natürlich dürfen Sie das nicht übertreiben, Sie müssen ein gesundes Mittelmaß finden. Es ist viel wichtiger brave Kinder zu beachten, als ungehorsame Kinder zu strafen. Wenn Sie dies beachten, wird Ihr Kind wesentlich weniger ungehorsam sein. Es ist ein Teufelskreis, aus dem das Kind nur schwer wieder herauskommt: Immer, wenn es etwas durch die Gegend schmeißt, oder die Geschwister schlägt, oder Schimpfwörter in Ihre Richtung brüllt, bekommt es die Beachtung, die es eigentlich verdient hätte weil es den Teller leergegessen oder sich morgendlich die Zähne putzt. Kinder machen keinen Unterschied zwischen negativer und positiver Beachtung. Ob Sie das Kind anschreien oder es loben, Sie kümmern sich, schenken dem Kind Beachtung. Mehr will es doch gar nicht. Aber währe Ihnen selbst ein "für Mutti" gemaltes Bild nicht lieber als eine zerdepperte Vase? Hören Sie Ihrem Kind immer zu! Egal was Sie gerade machen, hören Sie zu! Egal, ob es Sie gerade interessiert oder nicht, geben Sie eine Antwort, wenn Ihr Kind Sie etwas fragt. Wenn Sie gerade gar kein Interesse haben, dann heucheln Sie Interesse. Aber Vorsicht: Kinder sind nicht dumm! Die merken schnell, wenn das Desinteresse überhand nimmt. Es ist sehr, sehr wichtig, dass Ihr Kind sich angenommen und verstanden fühlt. Also hören Sie gefälligst hin, wenn das Kind Ihnen etwas mitteilen möchte.

Regel 3: Der Fernseher bleibt aus
Das Fernsehprogramm ist die Pest des 21. Jahrhunderts. Lassen Sie die Kiste aus. Das gilt auch für Sie selbst, schauen Sie nachmittags kein Fernsehen. Sie können die Glotze vormittags anmachen, wenn die Kinder nicht im Haus sind. Nachmittags verzichten Sie einfach darauf. Wenn es Sendungen gibt, die Sie nachmittags nicht verpassen möchten, dann zeichnen Sie diese auf und schauen die Sendung abends an, wenn die Kinder im Bett sind. Lassen Sie Ihre Kinder nur abends fernsehen, bis max. eine Stunde vor dem Schlafengehen. Diese letzte Stunde brauchen die Kinder einfach, um wieder "runter zu kommen". Eine, bis anderthalb Stunden Fernsehn am Tag ist völlig ausreichend. Richten Sie einen Tag in der Woche ein, in der gar kein Fernsehn geschaut wird. In dieser einen Stunde könnten Sie selbst mit Ihren Kindern spielen. Was mir besonders am Herzen liegt: Im Kinderzimmer hat der Fernseher nichts verloren. Vor allem dann nicht, wenn das Kind sogar selbst entscheiden darf, wann es das Teil an- und wieder ausmacht.

Regel 4: Feste Zeiten für Computer und Co.

Das Gleiche gilt für den Computer. Auch hier ist eine Stunde am Tag völlig ausreichend. Vor allem vor dem Schlafengehen sollten Kinder nicht am Computer spielen. Das gilt auch für alle Konsolen. Richten Sie feste Zeiten ein, nach den Hausaufgaben oder eine Stunde vor dem Abendessen. Achten Sie sorgsam darauf, was das Kind spielt oder sich im Internet anschaut. Wenn Sie Surfen im Internet erlauben, achten Sie auf einen Kinderfilter, schalten Sie den Savesearch-Filter von Google ein (eine andere Suchmaschine kennen die Kinder meist sowieso nicht). Die Zeit wird sicher nicht sein, aber wenn Sie es einrichten können, dann surfen Sie zusammen mit Ihren Kindern. Damit schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie verbringen Zeit mit Ihren Kindern und können kontrollieren, auf welchen Seiten sie sich bewegen. Außerdem erfahren Sie auf dies Weise auch noch sehr viel über die Interessen Ihres Kindes. Wenn Sie selbst auch gerne am Computer oder Konsole spielen, schließen Sie sich Ihren Kindern an und spielen Sie gemeinsam. Es ist völlig egal, ob Sie "Mensch ärgere Dich nicht" auf dem Esszimmertisch spielen, oder sich eine Stunde, zusammen mit Ihren Kindern, durch Diddy Kong Racing auf dem Nintendo kämpfen: Sie verbringen Zeit mir Ihren Kindern!

Regel 5: Verbringen Sie Zeit mit Ihren Kindern
Auch hier spielt es wieder keine Rolle, wie viel Zeit das ist. Jede Minute, die Sie sich intensiv um Ihr Kind kümmern, ist eine schöne Zeit für das Kind. Helfen Sie dem Kind das Kinderzimmer aufzuräumen. Setzen Sie sich zu den Hausaufgaben, lesen Sie dabei die Zeitung, eine Illustrierte oder lösen Sie ein Kreuzworträtsel. Wenn Sie die Möglichkeit dazu haben, begleiten Sie das Kind ein Stück auf dem Schulweg oder holen Sie es, ab und zu, von der Schule ab. Versuchen Sie ein- bis zweimal die Woche mit Ihren Kindern rauszugehen. Nehmen Sie sie zum Einkaufen mit, gehen Sie auf den Spielplatz oder einfach nur um den Block. Wenn das Kind noch kleiner ist, setzen Sie sich gemeinsam die eine Stunde vor den Fernseher. Bringen Sie Ihr Kind ins Bett und lesen Sie eine Geschichte vor. Das gefällt auch Ihrer 12jährigen Tochter noch, täuschen Sie sich da mal nicht! Wenn Sie bei Ihrem Teenager nichts vorlesen, dann sprechen Sie noch ein paar Minuten. Kinder erzählen gerne, gemütlich im Bett liegend, über Ihre Probleme. Gehen Sie nicht einfach drüber hinweg, sondern hören Sie zu und reagieren Sie.

Regel 6: Essen Sie gesund, rauchen Sie nicht und kein Alkohol!
Es ist nicht schwer, gesund zu kochen. Und es ist auch nicht so teuer, wie Sie denken. Kochen Sie mit frischen Zutaten, schmeißen Sie Ihre Dosen auf den Müll. Blumenkohl, Wirsing, Bohnen und Karotten schmecken auch Ihren Kindern. Pizza, Döner und Hambuger nur einmal im Monat. Das reicht vollkommen aus. Essen Sie zu festen Zeiten und gemeinsam am Tisch! Hektig und Streiterei haben am Esstisch nichts verloren. Wenn Sie gläubig sind, dann sprechen Sie vor dem Essen ein Gebet. Dies ist ein Ritual, welches Kinder brauchen. Niemand steht vom Tisch auf, wenn die Eltern es nicht erlauben. Es ist unhöflich aufzustehen, wenn andere noch essen. Achten Sie auf Tischmanieren und -regeln. Die Gabel geht zum Mund, nicht andersherum. Der Kopf muss nicht gestützt werden, der hebt am Hals von ganz alleine.

Rauchen Sie nicht in der Wohnung und nicht im Auto. Die Gesundheit der Kinder wird es Ihnen danken. Im Zigarettenrauch ist noch genug Nikotin, um Ihre Kinder zu schädigen! Trinken Sie tagsüber keinen Alkohol. Lassen Sie vor allem offene Flaschen nicht in Reichweite der Kinder stehen.

Regel 6: Holen Sie sich Hilfe!
Wenn Sie das alles nicht mehr packen, dann holen Sie sich Hilfe! Das kann schon im Familienkreis beginnen, die Oma, die Tante, die Schwester oder der Bruder. Schaffen Sie sich Freiräume. in denen Sie Energie tanken können. Und kommen Sie mir nicht mit der Ausrede, dass Sie dafür keine Zeit haben, diese Zeit haben Sie immer! Wenn es in der Familie nicht möglich ist, dann gehen Sie zur Nachbarschaftshilfe, zur Dorfhelferin, zur Caritas, auf's Jugendamt und besorgen Sie sich dort die Hilfe, die Sie brauchen!

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Zuletzt bearbeitet am 21.01.2014 09:09