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Gutfried ist gut für mich?

Na, das ist doch die Höhe. Ich lese gerade in meiner Tageszeitung und muss, einigermaßen entsetzt erfahren, dass auch roher Schinken eine Mogelpackung darstellt. Bisher ging ich ja immer davon aus, dass Formschinken, wenn es denn draufsteht, aus zusammengefügten Fleischteilen besteht, die beim Kochen miteinander verkleben. Dass diese Praxis auch bei rohem Schinken angewandt wird, ist eigentlich eine Sauerei.

Gestern Abend lief im NDR die Verbrauchersendung "Markt". In dieser Sendung ging es u.a. auch im Formfleisch. Goetz Hildebrandt, Professor auf dem Gebiet der Lebensmittelsicherheit, untersuchte mehrere rohe Schinken aus Discountern und kam zu dem Schluss, dass "dieses Fleisch niemals so gewachsen sein kann." Beim Durchleuchten der Scheiben würden sich eindeutig zeigen, dass der Schinken aus mehreren Stücken zusammengefügt wurde.

Wie das geht? Mit einem s.g. Enzymkleber. Der kommt vom Hersteller Ajinomoto aus Japan und  nennt sich Transglutaminase. Mit diesem kann man, vereinfacht ausgedrückt, mehrere Fleischstücke wieder zusammenkleben. Das Enzym vernetzt Proteine der einzelnen Fleischstücke so miteinander, dass es hinterher wieder wie ein Stück aussieht. Dass dies auch mit rohem Schinken gemacht wird, hat, bis gestern, noch niemand aufgedeckt.

Warum das gemacht wird, das dürfte jedem klar sein. Bei den Discountern spielt immer der Preis die Musik. Nicht umsonst kostet roher Schinken aus der Metzgerei manchmal das Doppelte. Hier ist, wieder mal, ganz klar der Verbraucher in der Pflicht, denn gut & günstig heißt nicht immer auch "echt".

Doch ist das erlaubt? Zumindest scheint es nicht verboten zu sein. Eine Hinweispflicht auf rohem Schinken besteht bis jetzt auch nicht. Der Hersteller ist also nicht verpflichtet, das Wort "Formfleisch" auf die Verpackung zu schreiben.

Jetzt möchten sie sicher noch wissen, welche Firma da erwischt wurde? Zwei der namentlich genannten Firmen kannte ich nicht, das sind Wiltmann und Berschneider. Also ich aber las "Putenlachsschinken von Gutfried", da hab' ich doch gestaunt. Gutfried ist gut für mich?

Es gibt, bis heute, keine wissenschaftlichen Studien, wie sich der Enzymkleber im menschlichen Organismus verhält. Wir essen das Zeugs schließlich mit. Laut dem Hersteller, wie sollte das auch ander sein, ist Transglutaminase für den menschlichen Körper völlig ungefährlich.

Das erzählen sie uns auch seit Jahren über die Strahlen des Mobilfunks. Aber das ist eine andere Geschichte.

Quelle: NDR, Bild
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