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Bohlen sucht das Schummeltalent

Was haben Zachi Noy ("Eis am Stil"), Kathy Kelly (Kelly Family), Liz Schneider (Cellistin), Petr Spatina (Glasmusiker), Bubble Beatz (Schrott-Musiker), Stevie Starr (Körperkünstler), Dickson Oppong (Wasserkünstler) und Busty Heart (Busenwunder) gemeinsam? Sie waren alle im Casting bei "Das Supertalent" bei RTL. Das ist eine der Gemeinsamkeiten. Aber diese Künstler, und vermutlich noch viele andere Künstler auch, haben noch eine, entscheidende Gemeinsamkeit. Na? Wenn Sie keine BILD lesen, dann kommen Sie sowieso nicht drauf: Diese Kandidaten haben sich gar nicht beworben, sie wurde von RTL direkt in die Show engagiert.

Ja, so ist das. RTL reicht es nicht, dass sich 47.000 Menschen für die Show bewerben, nein, man sucht sich selbst noch ein Dutzend oder mehr Künstler aus, von denen man der Meinung ist, die könnten das Publikum begeistern. Denn alles darf die Show sein, nur nicht langweilig. Und bei den 47.000 Leuten war einfach keiner dabei, der Billardkugeln verschlucken, mit dem Busen Wassermelonen zerschlagen oder sich einen Zettel an die Stirn tackern konnte. Übrigens Tackern: Die Sprecherin der Sendung Anke Eickmeyer sagte u.a. zu den Vorwürden der Schummelei: Keiner der eingeladenen Teilnehmer hätte eine Gage bekommen. Was der Aktionskünstler Richard Sean Wilson, der sich gerne mal Kleiderbügel aus Stahl durch die Nase zieht, so nicht bestätigen kann, denn er bekam, sogar vertraglich versichert, für den Auftritt im Casting durchaus eine Gage. Und kam eine Runde weiter. Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie diesen Mann nicht mehr zu Gesicht bekommen, denn er wollte für den 2. Auftritt mehr Gage haben, was RTL ablehnte. Also stieg er aus.

Ich gebe es zu, ich schaue die Sendung auch an. Dabei war ich auch schon zweimal bei den Vorcastings, weil ich auch mal dabei sein wollte. Beim Casting für die Staffel im letzten Jahr sagt er der Redakteur zu mir, ob denn vielleicht meine Familie auch mitmachen würde. Ich könnte meiner Tochter doch das Gitarrenspielen beibringen und nächstes Jahr sollten wir dann gemeinsam wiederkommen. Und meine Familie selbst meckert aber auch immer mit mir, weil ich doch erzählen könnte, dass ich 20 Jahre im Kinderheim war. Ich könnte von meiner Haut- und Narbensarkoidose erzählen, von den Knötchen in der Lunge und unter der Haut und von meiner Krätze auf dem Kopf, die fürchterlich juckt und stinkt. Will ich aber nicht.

Ich wollte da singen und nicht jammern.

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