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Die Verlogenheit der Musikindustrie (Colonel Abrams)

Colonel Abrams ist tot. Kennen Sie nicht? Wundert mich nicht, ihn werden die wenigstens noch kennen. 1985 hatte er seinen Durchbruch mit der Single “Trapped”:

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Dieser Tage ist er, völlig verarmt und krank, als Obdachloser in New York auf der Straße gestorben. Freunde hatten noch versucht, über eine Spendenaktion Geld für seine Medikamente zu sammeln, doch es war zu spät. 1987 hatte er seinen letzten Album-Erfolg mit “How soon we forget”, ein bezeichnender Titel für das, was dann folgte. Abrams produzierte noch fünf Alben, die es alle in die Dance- und R&B-Charts schafften, an seine Erfolge konnte er aber nicht mehr anknüpfen.

Bis 2015 veröffentlichte er immer noch Singles, insgesamt über 30 Stück, die alle Flops waren, bzw. sich schlecht verkauften.

Verarmt, mittel- und obdachlos

Abrams erkrankt an Diabetes und die Rechnungen für Krankenhaus und Medikamente fressen seine Einnahmen auf, sodass er am Ende alles verliert. Auf der Straße gelandet versuchen Freunde ihm noch zu helfen, doch die Hilfe kommt zu spät.

Große Anteilnahme der Musikindustrie

Jetzt sind sie auf einmal wieder da und “bedauern” den Tod von Abrams, der ein “Vorreiter der Dance- und Housemusik” war. Große Plattenfirmen und Produzenten twittern ihre Anteilnahme, doch die Schwiegertochter muss sogar eine Crownfunding-Aktion starten, um die Beerdigung zu finanzieren. Als er ihnen noch Geld eingebracht hat, war alles in Ordnung, aber wehe, wenn sie nicht mehr so erfolgreich sind. Man fällt genauso schnell auf die Erde zurück, wie man den Himmel erklommen hat.

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