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War Jesus von Nazareth ein Essener?

Ich schließe das nicht aus. Warum aber wird dies von der Kirche verschwiegen? Warum sind viele der 850 Rollen von Qumran noch nicht übersetzt? Oder besser gefragt: Warum sind viele der 850 Schriftrollen von Qumran zwar übersetzt, aber noch nicht veröffentlicht?

Weil alles, was Jesus von Nazareth auch nur in die Nähe der Essener rückt, nicht sein darf. Laut offizieller Angabe der Kirche waren die Essener eine völlig isolierte, auf sich allein gestellte Sekte, die in Qumran in der Wüste lebten. Sie hatten sektenähnliche, sehr strenge Regeln, die es heute nur noch bei Sekten gibt, vor denen gewarnt wird. Angeblich hatte diese Sekte keinerlei Verbindung nach Jerusalem, schon gar nicht zum Tempel.

Das alles kam aber ins Wanken, als bekannt wurde, was sich auf der Kupferrolle (3Q115, Schatzverzeichnis) befand: Ein riesiges Schatzverzeichnis! Angeblich sollen sich auf der Rolle alle Verstecke befinden, in die der Jerusalemer Tempelschatz gebracht wurde, nachdem der judäische Krieg ausgebrochen war. Dies wurde von einem der Forscher entdeckt, die damals die Rollen übersetzten. Dieser Wissenschafter, John Allegro, war der einzige Agnostiker der Gruppe und konnte so, ohne auf die Wirkung seiner Veröffentlichungen auf die bestehende christliche Religion, alles veröffentlichen, was ihm unter die Übersetzerfinger kam. Das geschah bereits 1955. Und er merkte, dass es den anderen "Kollegen", allesamt Christen, mit den Übersetzungen gar nicht so eilig war. Der Chef der Gruppe war ein Mönch namens Roland de Vaux, der bis zu seinem Tod verhinderte, dass sich nicht christliche Übersetzer an den Rollen versuchen. Bis heute lagern diese Rollen in einem Museum unter Verschluss. Anfragen sind zwecklos.

Warum wird das verhindert? Warum wird vieles, was man jetzt noch über Jesus findet, als Fälschung hingestellt? Die Antwort ist so einfach wie logisch: Die Einzigartigkeit der Person Jesus von Nazareth darf nicht in Frage gestellt werden. Allgemein ist man unter Wissenschaftlern bereits der Meinung, dass Jesus von Johannes dem Täufer inspiriert, vielleicht sogar angeleitet wurde und von dessen Ideen begeistert war. Johannes der Täufer war vermutlich ein Essener oder hat dort zeitweise gelebt! Warum darf Jesus dann kein Essener sein? Lesen Sie sich mal die Bedingungen durch, die die Essener stellen, wenn man Mitglied in ihre "Gemeinschaft" werden wollte. Ein Jahr Probezeit, aller Besitz muss an die Gemeinschaft abgegeben werden, strengstes Stillschweigen über die Gemeinschaft, alle "Außenstehenden" sind Feinde, schwerste Strafen bei minimalsten Vergehen. Aus der Gemeinschaft ausgestoßene waren meist zum Tode verurteilt, weil sie sich immer noch an die Regeln der Essener halten mussten (Gehirnwäsche) und dann z.B. verhungerten, weil man nichts unreines Essen durfte. Also auch nichts Eßbares aus der Hand eines Unreinen. Unrein waren aber alle, die nicht zu den Essener gehörten. Doch ist dies der Grund, warum noch nicht alles veröffentlicht wurde?

Die biblischen Teile der Rollen waren bereits wenige Jahre nach dem Fund veröffentlicht. Diese waren seit Hunderten von Jahren längst bekannt und unterschieden sich nur unwesentlich von den Bibeltexten, die sich im Neuen Testament befinden. Aber es gab auch Textstellen, die in anderen Rollen vorkamen, die nichts mit der Bibel zu tun hatten. Parallelen zwischen Texten der Essener und Bibeltexten warfen Fragen auf, woher Jesus diese Texte kannte. Entweder war Jesus bei den Essenern, oder die Essener haben Teile aus der Logienquelle Q für ihre Texte übernommen. Aber ich bin kein Wissenschaftler, ich kann dazu nur Vermutungen anstellen, weil mir nicht nur der wissenschaftliche Hintergrund, sondern natürlich auch das Wissen dazu fehlt.

Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, auch ohne ein Wissenschaftler zu sein, ist folgendes: Der Vatikan, und damit die kath. Kirche wird mit allen Mitteln verhindern, dass die historische Wahrheit über Jesus von Nazareth veröffentlicht wird. Denn sie kann daran einfach, aus logischen Gründen, keinerlei Interesse haben. Also wird der Vatikan und seine Vertreter alles daran setzen, solche Dinge zu vertuschen. Sollte dann doch einmal etwas auf den Markt gelangen und veröffentlicht werden, wird dies als Fälschung entlarvt werden, auch wenn es keine ist. Bevor Allegro seine Übersetzungen der Kupferrolle veröffentlichte, schrieb er in einem Brief an einen Kollegen, der ihn bat, die Veröffentlichung zu verschieben: "Machen Sie sich keine Sorgen um Ihren Job, wenn ich fertig bin, wird es keine Kirche mehr geben!".  Daraufhin veröffentlichte das Übersetzungsteam einen offenen Brief in der Times, der den Wissenschaftler diskreditieren sollte. Daraufhin schoss die Auflage seines Buches in die Höhe und er verkaufte mehr als 40.000 Exemplare in den ersten 14 Tagen nach der Veröffentlichung. Allegro selbst wurde aus dem Team gemobbt, Jahre später machte er sich selber unglaubwürdig, weil er ein Buch veröffentlichte, in dem die Existenz Jesus schlicht bestritten wird.

Der christlichen Gemeinschaft wurde es einen herben Schlag versetzen, würden Schriften über Jesus von Nazareth auftauchen, die ihn als das hinstellen würde, was er historisch gesehen, tatsächlich war: Ein Revoluzzer, der nicht nur der bestehenden jüdischen Gemeinschaft gefährlich wurde (er wollte z.B. das Arbeitsverbot am Sabbath abschaffen), sondern auch den herrschenden Römern (er wollte in neues Königreich errichten). Seine Kreuzigung war die Antwort der Römer auf den Versuch, Unruhe ins Land zu bringen. Jesus hat während seiner Wirkungsphase bewusst die großen Städte vermieden. Er wusste, wenn er zum Passahfest nach Jerusalem gehen, und dort Unruhe stiften würde, dann würde er mit hoher Sicherheit verhaftet werden. Er demonstrierte im Tempel nicht nur gegen die Geldwechsler, sondern auch gegen den Brauch der Opfergaben. Dies musste Aufsehen erregen, denn bisher sprach Jesus immer nur zu wenigen Leuten, hier beim Passahfest, bei dem sich tausende Juden in der Stadt befanden, konnte er richtig auf sich aufmerksam machen. Dabei spekulierte er vielleicht darauf, dass die Zeit für seine Verurteilung sehr kurz war, nämlich nur bis Sonnenuntergang. War das Urteil dann nicht gesprochen, hätte man mit der Verhandlung bis nach dem Passahfest warten müssen. Zu seinem Leidwesen machten die Römer kurzen Prozess und verurteilten ihn zum Tode.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, auf einem Grab würde stehen: "Jeschua, Sohn des Josef" und darin würden sich zweitausend Jahre alte Gebeine finden. Das wäre eine Katastrophe! Die Auferstehung, quasi das fundamentalste Grundelement des christlichen Glaubens, wäre mit einem Male vom Tisch. Schließlich ist Jesus in den Himmel aufgefahren, wie kann man dann hier seine Gebeine finden? Haben Sie da schon einmal drüber nachgedacht? Wenn Sie mehr wissen wollen, dann schauen Sie ab und zu mal wieder hier vorbei. Im Sommer wird mein Buch "Das katholische Märchen" erscheinen.
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