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Ralph Waldo “Petey” Greene

Es gibt Menschen auf dieser Welt, die verdienen es nicht, vergessen zu werden. Einer davon ist einer der berühmtesten Radio-DJ der 60er Jahre: Petey Greene. Aus diesem Grunde habe ich hier mal seinen englischen Wikipedia-Eintrag ins Deutsche übersetzt:

Wie es begann
Ralph Waldo Greene, Jr. wurde in Louisville, Kentucky. Sein Vater war ein professioneller Betrüger und Zuhälter, der den Großteil seines Lebens im Gefängnis verbrachte. Als der Vater ins Gefängnis musste und die Mutter Margaret nicht in der Lage war ihr Kind zu versorgen, stellte Margaret ihren Sohn in die Obhut seiner Großmutter mütterlicherseits, Maggie "Tante Pig" Floyd, der in Washington, DC wohnte.

Greene besuchte die “Stevens Elementary School” und die “Senior High School Cardozo” in Washington, aus der er rausflog, als er sechzehn Jahre alt war. Um der Armut zu entkommen, in der er und seine Großeltern lebte, trat er in die Army ein und diente als Sanitäter. So zog er in den Koreakrieg, wo er im Jahr 1953 unehrenhaft entlassen wurde: er wurde mit Heroin erwischt. Als er wieder zuhause in Washington war, verdiente er sein Geld als Betrüger und Drogendealer.

Im Juni 1960 wurde er wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen kleinen Lebensmittelladen zu 10 Jahren Haft verurteilt und musste in die “Lorton Erziehungsanstalt”. Im Gefängnis wurde er Disc-Jockey, was ihn unter den Gefangenen sehr populär gemacht hat. Seine offene und ehrliche Redseligkeit erwies sich bald als vorteilhaft. Eines Tages besuchte ein Mitarbeiter eines kleinen Radiosenders (WOL) seinen im gleichen Gefängnis infahtierten Bruder Milo und “verspricht” Greene, als er ihn im Gefägnisradio hört, er könne in seinem Sender als DJ arbeiten – mit dem Wissen im Hintergrund, dass Greene noch 10 Jahre sitzen musste. Im Mai 1965 überredete Greene einen Mithäftling an die Spitze eines Wasserturms zu klettern und mit Selbstmord zu drohen. Greene sollte ihn dann mit seiner Redekunst vom Selbstmord abhalten. Der Plan ging auf und Greene wurde der Rest der Strafe in eine Bewährung umgewandelt. "Es hat mich sechs Monate gekostet, um ihn dazu zu überreden", erinnerte er sich später.

Seine Karriere
Im Sommer 1965 betrat der das Büro von Dewey Hughes, der ihm DJ-Posten angeboten hatte, und bekam dort seine eigene Show: Petey Greene. Während der Show spielte er Soul und Rapmusik und lies sich live im Studio anrufen. Er nahm in seinen Shows kein Blatt vor den Mund, wodurch seine Popularität in den nächsten Jahren ständig wuchs. 1968,  nach dem Mord an Martin Luther King, ging er sofort auf Sendung und war  damit maßgeblich daran beteiligt, dass es nicht zu weiteren Unruhen kam. Er rief die Leute auf, nach Hause zu gehen oder zu Hause zu bleiben. Er wurde so berühmt, dass er Mitte der 70er Jahre eine eigene Fernsehshow bekam: “Petey Greene's Washington,” die von 1976 bis 1982 lief. Für diese Show gewann er zwei Emmy’s. Am 8. März 1978 war er als Gast im Weißen Haus von Präsident Jimmy Carter eingeladen. Später behauptete er in seiner Radioshow, er hätte bei dieser Gelegenheit einen goldenen Löffel mitgehen lassen. Dies machte ihn endgültig zu einer Legende.

Howard Stern, einer der ersten Komiker in Amerika, der ebenfalls eine Radioshow (mit überwiegend weißen Zuhörern) moderierte, wurde in Greene’s TV-Show eingeladen und machte ihn daraufhin landesweit bekannt. So schaffte Petey Greene es bin in die berühmte “Light Night Show”, wo er sich vor das weiße Publikum stellte und live sagte: “Da sitzen nur Weiße im Publikum und warten auf Witze über Nigger. Es tut mir leid, aber ich habe euch nichts zu sagen!”. Dann ging er wieder von der Bühne.

Petey Greene gründete das “Ralph Waldo Greene Community Center”, sammelte und stiftete viel Geld gegen Armut und Rassismus und gründete einen Verein, der Straftätern wieder auf den Weg in die Gesellschaft helfen sollte. Außerdem nahm er an Demonstrationen teil und war vehementer Gegner des Vietnamkrieges.

Sein Tod
1982, nach vielen Jahren exzessivem Alkoholmissbrauch, wurde bei ihm Leberkrebs diagnostiziert. Er verstarb am 10. Januar 1984, 13 Tage vor seinem 53 Geburtstag.  Zu seiner Trauerfeier fanden sich mehr als 10.000 Trauergäste ein, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Das war die größte Trauerfeier, die Washington jemals erlebt hatte. Greene hinterließ eine Frau und drei Kinder. Zudem hatte er eine Tochter aus erster Ehe, sowie 11 Enkelkinder.

Sein Leben im Film
Sein Leben wurde im
Film “Talk to me” ins Kino gebracht. Die DVD können Sie bei Amazon käuflich erwerben.

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