Skip to content

Gleichgeschaltet oder ausgeschaltet?

Ich rede ja ganz gerne mal über die Meinungs- und Pressefreiheit. Dies beiden Grundrechte unseres demokratischen Staates sind im Grundgesetz verankert:

„Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

Wie ich bereits an anderer Stelle erwähnt habe, unterliegen diese Freiheiten gewissen Beschränkungen, die das Zusammenleben der Menschen allgemein mit sich bringen. So darf man niemanden beleidigen, seinen Ruf nicht beschädigen, keine Unwahrheiten verbreiten, usw.

Doch wie sieht das mit der Wahrheit aus? Darf ich, wenn ich meine Meinung äußere, auf Dinge hinweisen, die schlicht der Wahrheit entsprechen? Und gibt es Stellen in diesem Land, die mir das verbieten können? Machmal habe ich das Gefühl, dass es mit der Pressefreiheit nicht so weit her ist.

Haben Sie schon einmal etwas vom "Draw Mohammed Day" gehört? Sicher nicht. Molly Norris aus Seattle hat diesen Tag ins Leben gerufen. Sie wollte damit gegen die Morddrohungen an die South Park-Produzenten protestieren, die in einer der South Park Folgen den Propheten Mohammed in einem Bärenkostüm zeigen wollten. Die Internetgemeinde stürzte sich darauf und in Facebook gewann die entsprechende Gruppe innerhalb weniger Stunden tausende von Mitgliedern. Doch in dieser Welt des Friedens und der Solidarität mit Andersgläubigen darf, ja da kann so etwas nicht geduldet werden. Die pakistanische Regierung höchst persönlich lies die entsprechende Gruppe auf Facebook, Youtube und Wikipedia schließen!

Ich selbst bin nicht dafür den Propheten Mohammed in einer abwertenden und beleidigenden Karikatur zu zeichnen und zu veröffentlichen. Das hat aber nichts damit zu tun, dass fehlgeleitete Fundamentalisten mich auf eine Todesliste setzen könnte, sondern weil sich das einfach nicht gehört. Es gehört sich einfach nicht, mehr als 1,5 Milliarde n Moslems, die, sagen wir mal, etwas empfindlich sind, derart vor den Kopf zu stoßen. Genauso wenig gehört es sich, das heilige Buch der Moslems, den Koran, öffentlich verbrennen zu wollen. So etwas ist einfach nur krank.

Die deutsche Presse ist auch sehr zurückhaltend, was solche Themen angeht. Bei dem irren Reverent aus Amerika mit seiner Bücherverbrennungsnummer sind sie ja nicht drumrum gekommen. Aber haben Sie etwas von Frau Norris gehört? Die muss sich nun, nach massiven Morddrohungen, eine neue Identität zulegen. Sie wird ihren Wohnort ändern, ihren Namen, ihre Steuernummer, alles. Und das alles, weil sie ihre Meinung frei äußerte. In einem Land, dass für seine Meinungsfreiheit geradezu berühmt ist. Nutzt aber nichts, wenn man den Dschihad gegen sich hat.

Wussten Sie, das jeder Muslime einen "großen Dschihad" kämpft? Dieser große Dschihad ist nichts anderes als das Bestreben ein Leben zu führen, das frei von Versuchungen, das gottgefällig ist und das allen Versuchungen des Bösen unterliegt. Mit Krieg hat das gar nichts zu tun.

Ihre Bewertung dieses Artikels:
-2 | -1 | 0 | +1 | +2
Derzeitige Beurteilung: -7, 5 Stimme(n) 2844 Klicks
Zuletzt bearbeitet am 19.09.2010 13:29