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Herodot und das Volk der Geten

Er stürzte den Tyrannen Lygdamis, lebte ca. 450 vor Christus und hinterließ uns nur seine Historien. In diesen beschreibt er uns z.B. die Auseinandersetzung zwischen den Griechen und den Persern und gibt damit ein Bild der damaligen Verhältnisse ab.  Sicher wissen Sie nicht, wen ich meine. Die Rede ist vom Griechen Herodot von Halikarnoss. In seinen Historien beschreibt er lebhaft und ausführlich, was sich nicht nur zu seiner Zeit, sondern auch weit davor abgespielt hat. Er ordnet damit historische Fakten und ist eine der einzigen Quellen aus dieser Zeit. Diese Quellen für seine Informationen liegen im Dunkeln, denn er gibt sie nicht, oder nur teilweise an. Aus diesem Grunde sind Wissenschaftler skeptisch, ob denn das, was er da schreibt, so alles den Tatsachen entspricht, oder ob ihm nicht die eine oder andere Quelle auch mal ein Märchen aufgebunden, oder aus hunderttausend Soldaten eine Million gemacht hat. Oder eben aus zigtausend Gefallenen nur ein paar Hundert. Doch es ist mühselig, und leider fast unmöglich, dies zu überprüfen, denn Herodot ist, wie bereits erwähnt, die einzige Quelle dieser Zeit, die ausführlich über die Geschehnisse berichtet.

Wenn man aber in seinen Historien liest, kann man erstaunliche Dinge erfahren. Dort stehen Namen von Völkern, von denen Sie sicher noch niemals etwas gehört haben. Oder kennen Sie das Volk der Geten? Dieses Reitervolk gehörte zum Stamm der Thraker und findet bei Herodot Erwähnung. Vor allem beschreibt er kurz ihren Glauben:

Herodot, 4. Buch, Kapitel 94
Über ihren Glauben ab die Unsterblichkeit sei folgendes gesagt. Sie glauben nicht an den Tod, sondern meinen, der Tote gehe zu dem Gott Salmoxis. Manche von Ihnen nennen diesen Gott auch Gebeleizis. Alle fünf Jahre schicken sie einen durchs Los Erwählten als Abgesandten zu Salmoxis und sagen ihm ihre jedesmaligen Wünsche, die er dem Gott ausrichten soll. Die Absendung geschieht auf folgende Weise. Einige müssen drei Speere halten, andere fassen Hände und Füße des Salmoxis-Boten und werfen ihn in die Luft empor, so daß er in die Speere fällt. Wird er durchbohrt und stirbt, so halten sie das für ein Zeichen, dass der Gott gnädig ist. Stirbt er nicht, so geben sie dem Boten die Schuld, schelten ihn einen Bösewicht und senden einen anderen an den Gott ab. Die Aufträge geben sie ihm, während er noch lebt. Dieser thrakische Stamm schießt auch, wenn es donnert und blitzt, mit Pfeilen nach dem Himmel und drohen dem Gott. Sie meinen auch, es gäbe keinen anderen Gott als den ihrigen.

Na, was bin ich froh, dass es solche Rituale heute nicht mehr gibt. Der Gott der Geten, Salmoxis, war ein Mensch, der nach seinem Tod vergöttlicht wurde. Herodot meint an anderer Stelle, er wäre ein Schüler des Pythagoras gewesen, der sich durch Schwindel und billige Tricks bei den Geten zu einem Gott hochgearbeitet hatte. Er lehrte nicht nur die Unsterblichkeit durch die Auferstehung der Seele, sondern auch die Wiedergeburt der Seele in einem anderen Körper. Platon hielt ihn für einen ausgezeichneten Arzt, der seiner Zeit weit voraus war und das Bild der ganzheitlichen Heilung von Körper und Geist propagierte.

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