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War nix mit anonym

Ich bin schon ein wenig stolz auf mich. Ich habe es geschafft, dass in einem "anonymen" Forum ein Artikel gelöscht wird, in dem einer meiner Artikel komplett kopiert war. Natürlich ohne mich zu fragen. Ich machte den Betreiber des Forums darauf aufmerksam und bat ihn höflich, den Artikel zu kürzen oder zu löschen. Was er mit einer überheblichen, kindlich-pubertären, sich hinter der Anonymität seiner Webseite versteckenden Arroganz abgelehnt hatte. Ich würde ihn eh' nicht kriegen, ist ja alles so schön anonym.

Vor 24 Stunden bekam er eine E-Mail seines Hosters (das ist die Firma, auf der sein Webspace liegt, also auch sein Forum) in der er aufgefordert wurde, innerhalb 24 Stunden den Artikel zu entfernen. Ich kann mir vorstellen, dass er da etwas erschrocken ist. Wie gehts denn das? Er ist doch anonym? Die Domaindaten sind falsch und mit einer s.g. "Privacy" geschützt? Wie kann es dann passieren, dass ihn jemand findet?

Das war einfach. Ich verrate ihm den Trick aber nicht. Ich werde nur noch eins dazu sagen: Die Amis verstehen keinen Spaß, wenn es um Urheberrechte geht. Hätte er den Artikel nicht gelöscht, wären seine Abrechnungs- und Anmeldedaten innerhalb weiteren 24 Stunden bei meinem Anwalt gelegen. Diese Anmeldedaten hätte ich dann, ohne zu zögern (und das meine ich ernst) auf allen Webseiten hinterlassen, gegen die er in seinem Forum wettert. Das ist nur gerecht, denn er nennt Personen völlig ohne Skrupel bei realem Namen und diese Personen haben keinerlei Chance sich dagegen zu wehren. Dieses Versprechen gilt auch für weitere Beschimpfungen per E-Mail, bei denen es noch wesentlich einfacher ist herauszufinden, von wo sie abgeschickt wurden, das ist ein Kinderspiel.

Der Anwalt war zwar nicht ganz billig, die ganze Aktion hat mich einen dreistelligen Betrag gekostet. Aber das war es mir wirklich wert. Ich habe gestern die Anzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft zurückgezogen und bedanke mich bei Staatsanwalt Beyerlein für die ausgezeichnete und schnelle Hilfe. Das war spannend und hat eigentlich sogar Spaß gemacht. Außerdem bedanke ich mich beim Hoster des "anonymen" Forums, der durch seine unbürokratische und schnelle Mitarbeit den Erfolg erst möglich gemacht hat.

Was lernen wir daraus? Wer's nicht richtig macht, der ist im Internet nicht anonym. Man kann Domaindaten faken, aber den Webspace, auf dem eine Seite liegt, den findet jeder der sich ein wenig auskennt. Irgendjemand muss den Speicherplatz ja bestellt und bezahlt haben. Im Leben ist nichts umsonst. Und was Kontodaten angeht, da sind die Amis schnell.

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