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Knut und kein Ende

In freier Natur werden Eisbären bis zu 30 Jahre alt. In einem Zoo schaffen sie das meistens nicht. Diesmal hat es Knut erwischt, erst zuckte sein Bein wie verrückt, dann der ganze Kerl. Am Ende stürzte er ins Wasser und ertrank. Viel zu früh, aber nicht zu vermeiden.

Den Hype, den seine Geburt und Aufzucht ausgelöst hat, folgt nun eine Massenhysterie wegen seines Todes. Am Gehege von Knut liegt ein Blumenmeer, Menschen fallen sich weinend in die Armee und trösten sich gegenseitig. Im Internet gibt es Kondolenzseite, das muss man sich mal vorstellen!

Wegen eines verstorbenen Eisbären!

Alle sind jetzt schuld: Die Pfleger, die Eisbärdamen (die ihn nicht ranlassen wollten), der Zoodirektor, das Gehege und das Ozonloch. Vielleicht noch Atomstrahlung aus Japan? Schlechtes Futter? Oder zu viele Besucher, die ihm ständig etwas zu fressen ins Gehege geschmissen haben?

Ganz ehrlich, dieser Bär ging mir schon als Knirps so was von am Arsch vorbei, das glauben Sie gar nicht. Das ist nur ein Eisbär! Nicht einmal jetzt, wo er tot ist, komme ich um dieses Mistvieh herum. Jede Zeitung, jede Nachrichtensendung, jede investigative Webseite berichtet über den Tod dieses Eisbären.

Mir ist das Vieh völlig schnurz. Wenn Ihr weinen wollte, dann weint um die 20.000 Toten in Japan. Weint um die getöteten Aufständigen in Libyen. Weint von mir aus um das krebskranke Kind, das auf eine Niere wartet. Aber um Himmels willen, weint nicht um einen bescheuerten Eisbären!

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