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30 Auftritte in der BFA-Klinik Bad Mergentheim

Als ich 2003 das erste Mal vom damaligen Verwaltungsleiter Herr Knot als Musiker "Hadley B. Jones" in die BFA-Klinik nach Bad Mergentheim eingeladen wurde, habe ich nicht geahnt, was daraus entstehen würde. Wir haben nun schon 2012 und es werden fast 10 Jahre, als ich dort zum ersten Mal, im großen Mehrzwecksaal 22, auf die Patienten losgelassen wurde.

Heute fahre ich tatsächlich zum 30. Mal nach Bad Mergentheim zu diesem Konzert. In den Saal passen bis zu 100 Leute und die zwei Stunden, die ich dort verbringe, gehören mit zu den Höhepunkten jedes Quartals. Die Patienten, die dort im Saal sitzen, sind jedes mal "das beste Publikum der Welt", das kann man einfach nicht anders beschreiben. Was in diesen zwei Stunden abgeht, das muss man einfach selbst erlebt haben. Dieses Konzert lädt meinen Akku zu 100% auf und was soll man sagen, "Standing Ovations" sind doch auch etwas, wofür wir Musiker uns den ganzen Streß überhaupt geben, oder? Dies passiert mit in der BFA jedes mal und ich weiß bis heute nicht, wie ich damit richtig umgehen soll. Ich denke dann immer: "Hey, das bin doch nur ich! Setzt euch wieder! Ihr seid ja bekloppt!"

Eine kleine Anekdote möchte ich gerne loswerden, die mir vor ein paar Jahren nach einem dieser Konzerte passiert sind. Als das Konzert vorbei war und alle schon gegangen waren, saß immer noch ein älterer Herr in einer der hintersten Reihen und ich fragte ihn, ob ich ihm helfen könne. Er sagte mir, er würde mir gerne etwas sagen, ich dürfe aber nicht böse werden. Nein, werde ich nicht, ich kann Kritik (inzwischen) ganz gut ab. Da erzählte er mir, er sei Musikprofessor an einer Berliner Uni und würde mich gerne seinen Musikstudenten vorstellen. Er habe noch nie einen solchen Abend derart genossen, in der ein Musiker, der so laienhaft Gitarre spielt und dies durch seine persönliche Art und durch seinen Gesang, nicht nur mit dieser Unzulänglichkeit, sondern auch durch seinen Umgang und dem Spiel mit dem Publikum, wieder wett macht. Er fand den Abend grandios!

Ich habe dies als Kompliment gesehen, denn ich habe nie behauptet, dass ich der beste Gitarrist oder Sänger bin. Im Gegenteil. Ich kündige den Abend immer so an: "Ich kann 50% mehr oder weniger Gitarre spielen und 50% mehr oder weniger singen. Das macht 100% Spaß an der Musik!"

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