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Glaubst Du an mich

Das war fast nicht zu ertragen. Heute wurde in der Sendung "Super-Nanny" ein fünfjähriges Mädchen gezeigt, welches verzweifelt hinter seiner Mutter herlief, auf der Suche nach etwas Anerkennung, ein wenig Nähe und Bestätigung. Sie sagte "Ich will schmusen" oder "Gib mir einen Kuss", während die Mutter ständig von einem Zimmer in das andere flüchtete. Weil das Mädchen beim Abendessen nicht so funktionierte, wie die Mutter es gerne gehabt hätte, wurde die Kleine nun mit konsequentem Liebesentzug bestraft. Erst als die Oma sich mir ihr an den Tisch setzte und der Kleinen einen Kuss gab, fing sie an zu essen.

Und dann fragte dieses fünjährige Mädchen ihre Oma: "Glaubst du an mich?" und hielt währenddessen die Hand der Oma fest. Da blieb mir fast das Herz stehen und man sah deutlich, wie entsetzt auch Frau Saalfrank war. Ich hätte beinahe losgeheult und selbst jetzt, wenn ich diese Worte hier nur aufschreibe, wird es mir heiß und kalt.

"Glaubst du an mich?"


Diese Worte sind für eine Fünfjährige unfaßbar. Was muss dieses arme Kind angestellt haben, dass es so auf der Suche nach Liebe und Anerkennung ist? Wie verzweifelt muss eine Fünfjährige sein, die einen solchen Satz formuliert? Alleine die Tatsache, dass sich eine so kleines Mädchen überhaupt darüber Gedanken machen muss? Meine Jüngste ist sieben Jahre alt, also nur ein wenig älter und strotzt vor Selbstbewußtsein. Sie wird jeden Tag gelobt, bekommt eine Schmuseeinheit, wird mit Liebe überschüttet. Meine große Tochter geht nie ohne ein "ich hab' dich lieb" ins Bett auch ihr fehlt es elterlicherseits nicht an Lob, Anerkennung und Liebe.

"Glaubst du an mich?"

Ich war echt sprachlos, fassungslos, den Tränen nahe. Ich hielt den Atem an und freute mich, dass sich wenigstens in diesem Moment die Oma Zeit für das kleine Mädchen nahm. Im Laufe der Sendung wurde dann schnell klar, dass die Mutter völlig überfordert ist und es bereut, so früh Kinder bekommen zu haben. Das Kind will eine Art von Liebe, die ihr die Mutter nicht geben kann, oder nicht mehr geben will. Die Fünfjährige ist auf der Suche, verzweifelt auf der Suche nach Liebe, die jedes Kind aus der Selbstverständlichkeit heraus bekommen sollte.

Am Ende der Sendung spricht die Oma den Satz: "Für mich war das hier alles für die Tonne". Was soll man dazu sagen. Das arme Kind.

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