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FOSI ist nicht tot zu kriegen

Ich glaube den FOSI gibt es schon seit ich im Internet bin. Achwas, den gab's garantiert vorher schon. Gut, die Programme, die er auf seiner (illegalen) Webseite anbietet sind alle in englischer Sprache und manchmal - naja - etwas speziell, aber das tut ja nichts zur Sache. Er ist immer noch online, was man von vielen anderen Warez-Seiten der "ersten Stunde" nicht behaupten kann.

Bockwurst Files
Ich habe in den letzten 10 bis 12 Jahren viele Warez-Gruppen kommen und gehen sehen. Als Beispiel nenne ich mal die Gruppe "Bockwurst" (die nannten sich wirklich so). Was die auf Ihrer Webseite hatten, das war wirklich allererste Sahne. Was sich dann auch deutlich in den Besucherzahlen wiederspiegelte. An "guten" Tagen tummelten sich 100.000 Besucher auf der Webseite um - völlig illegal - jeder Art von Raubkopien herunterzuladen. Inc. Crack oder natürlich der passenden Seriennummer.

Betrieben wurde die Seite von einem damals 18jährigen Abiturienten aus Meklenburg-Vorpommern. Er soll mit Werbeeinblendungen bis zu 20.000 Euro verdient haben. Bis die Staatsanwaltschaft bei ihm und bei seinen fast 20 "Uploadern" vor der Türe stand. Dabei sollte es auch den Nutzern und Downloadern der Seite an den Kragen gehen und jeder, der sich auf der Seite etwas heruntergeladen hatte, wurde erstmal blass um die Nase. Allerdings setzte die Seite ein s.g. "Antileech"-Script ein, sodaß keiner der Zugriffe mit entsprechender IP geloggt wurde. Pech für die Staatsanwaltschaft, Glück für den User der Seite.

Shareaza, Emule und Co.
Ich kann es nur immer wieder betonen: Lassen Sie die Finger von diesen Tauschprogrammen! Inzwischen setzen viele Firmen ihre eigene Software zum Download ins Netz und wer sich dann über diese Programme bedient, der ist der Fisch. 98% aller in den Tauschbörsen zur Verfügung gestellten Dateien sind Raubkopien und damit illegal.

Seit Januar dieses Jahres ist auch der Download von Raubkopien strafbar!

Torrent-Files
P2P (Peer to Peer) ist eigentlich eine tolle Sache. Dazu gibt ein Nutzer eine Datei auf seinem eigenen Rechner frei, erstellt eine TORRENT-Datei und diese gibt er frei. Möchte dann jemand diese Daten haben, lädt er nur diese TORRENT-Datei und die entsprechende Software kann vom Rechner heruntergeladen werden. Der Download geht um so schneller, je mehr Nutzer sich diese Datei auf den Rechner ziehen. Das hat den Grund, das jeder Downloader auch gleichzeitig zum Uploader wird. Denn jeder heruntergeladene Schnipsel wird sofort wieder zu Download freigegeben. Dazu werden die Nutzer aufgeteilt in Leecher und Seeder. Die Seeder sind dabei die Nutzer, die die Datei bereits komplett auf ihrem Rechner haben, Leecher haben erst Teile davon. Gibt es für eine Datei keinen Seeder mehr, kann man den Download getrost abbrechen, denn eine vollständige Version sollte sich im "Schwarm" schon befinden. Quelle und Informationen: Wikipedia.

Und jetzt das fatale am Torrent: Alle (!) Nutzer, egal ob Seeder oder Leecher befinden sich im s.g. "Schwarm". Das ist quasi die Summe aller Nutzer am Download einer Datei. Der ganze Schwarm ist untereinander vernetzt, also von PC zu PC und von allen (!) im Schwarm kann man die IP über das Programm abfragen! Und wenn man dieses Wissen hat, dann liest man nochmal den roten Satz oben.

Wobei ich keinen einzigen Fall kenne, bei dem ein Downloader des Torrent-Netzwerkes vor Gericht war und verurteilt wurde. Das kann auch daran liegen, das der Staatsanwalt nachweisen müßte das auch das komplette Programm heruntergeladen wurde. Wie will er das bewerkstelligen? Denn wenn ich nach 99% den Download abbreche, ist das Programm nicht lauffähig und damit unbrauchbar. Ein Lied wäre kaputt, ein Bild nicht darstellbar.

Rapidshare, Uploaded und Co.

Die heutigen "Warez-Seiten" gehen andere Wege: Die Programme werden von jedem x-beliebigen Menschen einfach bei einem Freehoster hinterlegt. Auf den Warez-Seiten werden dann nur noch die Links zu diesen Uploads angegeben. Der Betreiber des "Portals" macht sich nun lediglich der Verbreitung von Download-Links strafbar, falls es einen solchen Strafbestand überhaupt gibt. Da er selbst die Dateien nich besitzt und diese auch nicht beim Freehoster hinterlegt hat, verstößt er auch nicht gegen das Urheberrechtgesetz.

Das funktioniert dann so: Herbert hat Photoshop und findet das Programm gut. Da er schon öfters von seiner "Lieblings-Seite" Programme heruntergeladen hat, möchte er der Seite mal etwas Gutes tun. Er packt Photoshop in eine ZIP-Datei, geht zu www.rapishare.de und lädt das Programm dort hoch. Dafür bekommt er von der Seite die Links zum Downloaden. Diese Links mailt er nun an seine Lieblings-Warez-Seite und bereits einen Tag später kann jeder Besucher dieser Seite Photoshop von Rapidshare herunterladen.

Das ist natürlich, wie ahnen es, völlig illegal!


Eben haben wir gelernt: P2P und Tauschprogramme sind böse, weil dort die eigen IP abgefragt werden kann. Über diese IP kann der Nutzer einwandfrei und ohne Zweifel identifiziert werden! Bei Rapidshare und Co. ist das aber ganz anders! Da sich auf der Warez-Seite nur die Links zum Dienst von Rapidshare befinden, nutzt es der Staatsanwaltschaft überhaupt nichts die IP-Adressen der Benutzer der Warez-Seite zu sammeln. Denn das Lesen einer Webseite ist kein Strafbestand. Und selbst wenn die Staatsanwaltschaft herauslesen könnte welche IP auf welche Links geklickt hat, ist das immer noch kein Beweis dafür, das man sich diese Datei dann auch komplett heruntergeladen und auf seinem Rechner installiert hat. Denn nur das wäre dann wirklich ein Strafbestand.

Rapidshare und Uploaded agieren von der Schweiz aus und sind sich dieses Umstandes sehr wohl bewußt. Gerade von der Firma Rapidshare liest man in letzter Zeit öfters mal Stellungnahmen, weil die deutsche Staatsanwaltschaft mehrfach bei den Schweizer Behörden um Hilfe ersucht hat. Rapidshare löscht selbstverständlich alle illegale Dateien sofort von ihren Servern und die löschen nicht gerade wenig. Aktiv werden sie aber meistens nur auf Anzeigen von User. Die Server selbst zu durchsuchen wäre sicher ein sinnloses Unterfangen, denn natürlich sind fast alle Dateien "gepackt" und mit Passwörtern versehen. Oder haben unverfängliche Namen.

Das Aufspielen von seinen Dateien auf diese Hoster ist kostenlos. Und der Speicherplatz unbegrenzt. Ein Paradies für Warez-Seiten. Und was hat Rapidshare davon? Natürlich kann man sich bei den Freehostern mit einem Account anmelden. Man bezahlt dann einen Obulus (9 Euro im Monat, Staffelpreise) und kann dann ohne Einschränkung downloaden. Ohne Anmeldung kann man immer nur eine Datei herunterladen und muss sich dann eine neue IP zulegen, also den Rechner vom Netz trennen.

Rapidshare und Co. haben so natürlich ein großes finanzielles Interesse an jedem User, der diesen Dienst benutzt. Ob illegal oder nicht, das spielt erstmal keine Rolle. Filmfreaks, Spieler, Pornoliebhaber zahlen dieses Geld gerne. Der Download geht dann auch schneller.

Und so werden die Warez-Seiten nicht so schnell aussterben. Sollten die Freehoster eine Möglichkeit finden den illegalen Down- und Upload zu unterbinden, dann fällt der Warez-Szene wieder was Neues ein. Das war immer so und das wird auch immer so bleiben.

Also: Lassen Sie sich nicht erwischen! Oder machen Sie es doch einfach wie ich. Filme bekomme ich über meinen Premiere-Account. Okey, kostet Geld (40 Euro im Monat), ist aber legal wenn ich die Filme aufnehme. Spiele kaufe ich erst, wenn sie in der "Spiele - Pyramide" für 10 Euro stehen. Gerade heute habe ich für 'nen Zehner "Half Life 2" gekauft. Gut, ohne Handbuch (nur als PDF auf der CD) aber wer braucht schon ein Handbuch.

Muss man halt Geduld aufbringen. Ich kann warten. Sie auch?

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