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Little Big Horn ohne Sitting Bull?

Das ist gar nicht vorstellbar, oder? Wenn Menschen mit Interesse am "Wilden Westen" vom Ort "Little Big Horn" sprechen, dann ist dies unweigerlich mit General Custer und Sitting Bull verbunden.

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Und auch Wikipedia verknüpft die Beiden mit der Schlacht am Little Big Horn:

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Stimmt aber alles gar nicht!

So war das aber gar nicht! Behauptet zumindest einer, der das eigentlich wissen sollte, nämlich der UrUrEnkel von Sitting Bull, Ernie LaPointe. Auf Seite 70 seiner Biografie über seinen Ururopa schreibt er:

Tatanka Iyotake bereitete sich ebenfalls darauf vor, in die Schlacht zu reiten. Er machte gerade sein Lieblingspferd zurecht, da rief ihn seine betagte Mutter zurück. Sie war der Meinung, er bräuchte nicht zu kämpfen und wies darauf hin, das er seinen Leuten nichts mehr zu beweisen hätte. Sie erinnerte ihn daran, dass er zwei Frauen und kleine Kinder hätte, für die er sorgen müsse. Jetzt sei er ein reifer Mann von 45 Jahren, und er sollte es den jungen Kriegern überlassen, ihren Mut zu beweisen und das Lager und das Volk zu beschützen.

Und jetzt mal ehrlich, warum sollte dieser Mann lügen? Wenn wirklich sein Ururgroßvater der Held dieser Schlacht gewesen wäre und seine Leute gegen General Custer zum Sieg geführt hätte, dann wäre es doch komplett unverständlich, wenn das stolze Volk der Lakota dies abstreiten würde.

Sitting Bull hatte diese Schlacht eine Nacht vorher in einer Vision gesehen und seinen Leuten ausdrücklich verboten, die gefallenen Soldaten zu plündern oder zu skalpieren. Diese hielten sich aber nicht daran, was den Häuptling sehr traurig machte.

LePointe beschreibt auch, dass die Lakota gar nicht wussten, dass sich Custer unter den Angreifern befand, denn dieser hatte sich die Haare geschnitten und nicht seine sehr auffällige Lederjacke angezogen, sondern eine ganz normale Uniform. Custer war einer der ersten, die in der Schlacht fielen.

Auch sind viele Geschichten hinsichtlich der Länge dieser Schlacht völlig übertrieben. Lapointe erzählt, dass ein junger Krieger, der unbedingt an der Schlacht teilnehmen wollte, versuchte sein nervöses Pony zu bändigen. Als er es dann endlich geschafft hatte, war die Schlacht bereits vorbei. Oder wie es einer der Krieger danach ausdrückte: "Der Kampf mit den Langmessern dauerte nicht länger als ein hungriger Krieger dazu braucht, um eine Mahlzeit einzunehmen."

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